Fast sechs Jahrzehnte erhob es sich am Parkeingang lebensecht auf den Hinterbeinen, setzte spielerisch zum Kopfstoß an: das Wittener Böckchen. Übrig sind nur die Füße der Bronze. Steckt ein Kunstliebhaber dahinter, der sich am Original erfreut? Nein, wenn ich an meine Nachbarn denke, die erst kürzlich von der Idee abgekommen sind, eine Kupferdachrinne anzubringen. Würde eh‘ geklaut, sagen sie. – Also eingeschmolzen. Marktwert des Metalls: ca. 100 €. Am ehemaligen Standort in Witten zeugen Grablichter von der Betroffenheit angesichts des Diebstahls des Wahrzeichens. Die guten Nachrichten? Das Böckchen schuf der Düsseldorfer Künstler Clemens Pasch. Im Nachlass ist die originale Gussform erhalten. Der Rotary Club, Spender schon des ersten Böckchens, will so für würdigen Ersatz sorgen. Was aus dem eingeschmolzenen Metall wurde, dürften wir nie erfahren. Immerhin: recycelt!
Ein Wahrzeichen spielt auch im Monatsthema FRAU LUTHER eine Rolle, ist doch die Frauenordination ein prägendes Merkmal der evangelischen Kirche. Wir wägen ab, wie es um sie theologisch und gesellschaftlich bestellt ist. Mit dem Theologen GERALD KRETZSCHMAR sprechen wir über die steigende Beliebtheit des Berufs der Pfarrerin und Frauenemanzipation im Urchristentum.
Auf eine ehrwürdige Vergangenheit blickt auch das 125-jährige Essener Grillo Theater zurück. Die Jubiläumsspielzeit eröffnet Thomas Krupas Inszenierung von Dürrenmatts BESUCH DER ALTEN DAME. Wohltuende Irritationen beobachtet unser Kritiker Peter Ortmann. THOMAS BRAUS ist nun Schauspielintendant der Wuppertaler Bühnen, deren Ensemble er seit über 15 Jahren angehört. Im Interview spricht er über den Reiz des Experimentellen und Offenheit gegenüber dem Publikum.
Das Osthaus Museum Hagen zeigt die erste Ausstellung des spanischen Malers ANDRÉS GARCÍA IBÁÑEZ in einem deutschen Museum. Thomas Hirsch trifft auf Werke, die Schönheit mit Abgründigem versöhnen. Das Folkwang Museum Essen zeigt Zeichnungen der Belgierin CATHARINA VAN EETVELDE. Peter Ortmann stößt hier gar auf haptische und dreidimensionale Arbeiten und auf ein Zitat, das er nicht mehr vergessen wird. Die Kunsthalle Düsseldorf lädt unter dem Titel „Akademie [Arbeitstitel]“ rund 100 Lehrende und Studierende der Kunst ein, sich mit der Institution auseinanderzusetzen. Mit dem Künstlerischen Leiter GREGOR JANSEN und Kuratorin ANNA LENA SEISER sprechen wir über die Grenzen des Machbaren und Herausforderungen für das Publikum.
Film des Monats ist Kathryn Bigelows DETROIT. Das historische Filmdrama verarbeitet die Rassenunruhen in Detroit im Sommer 1967 und knüpft so direkt an die Gegenwart an. Der Abenteuerfilm „Der Mann aus dem Eis“ entwirft eine Geschichte über das Leben der berühmten Gletschermumie Ötzi. Schauspieler ANDRÉ M. HENNICKE spricht mit uns über die Herausforderung, wenig zu reden und viel zu spielen und über das Glück, nicht auf einen Rollentyp festgelegt zu sein
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