1936: Die palästinensischen Bauern zwischen Jordan und Mittelmeer fühlen sich immer mehr durch jüdische Migranten bedroht. Anstatt zwischen den Volksgruppen zu vermitteln, stellt sich die britische Kolonialverwaltung auf die Seite der Juden. Die Palästinenser antworten mit einem Generalstreik, der blutig niedergeschlagen wird. Annemarie Jacirs Film ist durchzogen von historischen Aufnahmen und kleinen Geschichten vom Land und aus Jerusalem. Getragen von einem glaubwürdigen Cast erzählt „Palästina 36“ in sorgfältig komponierten Cinemascope-Bildern und mit emotionaler Wucht vom Leid eines Volkes. Dabei blitzen immer wieder unaufdringlich Parallelen zur aktuellen Lage im Westjordanland auf. Ein kleines humanistisches Meisterwerk, das zu Recht für den Oscar als Bester Internationaler Film nominiert war.
Auch 14 Jahre später lässt Daniela Magnani Hüller der Tag nicht los, an dem ein übergriffiger Mitschüler versuchte, sie auf offener Straße umzubringen. Einige Details des versuchten Femizids haben sich in ihr Gedächtnis eingebrannt, andere sind verschwommen. Warum war die Tat möglich? Weshalb hat niemand eingegriffen, selbst dann nicht, als das Messer bereits in ihren Oberkörper eingedrungen war? Magnani Hüller vertraut ihrer Stimme und versucht das Unbegreifliche zu beschreiben. Sie spricht mit Personen, die mit der Tat zu tun hatten – mit ihrer Lehrerin, dem Arzt, dem Staatsanwalt. Trotz des nüchternen Interviewstils entsteht mit „Was an Empfindsamkeit bleibt“ ein gefühlsstarker Film, in dem die Vergangenheit auf die Gegenwart übergreift. Und sich die Frage aufdrängt: Was muss passieren, damit sich solche Taten nicht wiederholen?
Alle Neustarts der Woche finden Sie unter: Neu im Kino.
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