Deutschlands tapferste Ente kommt aus Hamm. Vor vier Wochen schossen ihr unbekannte Arschlöcher einen Blasrohrpfeil durch den Hals, Mitte Januar konnte der von der BILD – leider lustig – als „Duck Norris“ titulierte Erpel nach Operation und Genesung wieder baden gehen. Wäre das schön, wenn die BILD auch bei anderen Themen so menscheln würde. Obwohl sie sich damit in guter...naja sagen wir lieber: gleichgesinnter Gesellschaft befindet.
Denn kollektive Schizophrenie ist gerade mächtig en vogue. Duck Norris‘ Heldengeschichte mögen wir genauso gern wie die knusprige Pekingente im China-Imbiss. Gestern noch der Kellnerin auf den Hintern geklapst, heute Feminist. Menschen sammeln sich auf der Straße, um sich lautstark dagegen zu wehren, dass sie nicht öffentlich ihre Meinung sagen dürften und Bürgerwehren machen BürgerInnen erst so richtig Angst. Schwarz-Weiß-Denken ist schon dumm genug, aber darauf wie auf einem Schachbrett hin und her zu springen, ist noch dümmer.
Gegen solchen Irrsinn hilft nur unser Monatsthema GUTE ZEIT. Wir stellen positive Projekte wie die Bottroper Innovation City, die Fair Trade Metropole Ruhr vor und sprechen mit Stefan Rostock von der NGO Germanwatch, die sich für globale Gerechtigkeit einsetzt.Außerdem stellen wir mit „Perspective Daily“ ein Online-Medium vor, dass mittels Crowdfunding ausschließlich Konstruktiven Journalismus anbieten will, gegründet von drei prmovierten Naturwissenschaftlern.
Mitten im Pott steht das Gelsenkirchener CONSOL THEATER. Wir sprechen mit dem künstlerischen Leitungsduo Andrea Kramer und Georg Kentrup über anstehende Festival-Highlights und die Jugend- und Seniorentheaterszene. Am Theater Oberhausen inszeniert Stef Lernous gerade LULU. EINE MÖDERBALLADE als blutige Dauererektion mit einer nackten, aber beileibe nicht wehrlosen Laura Angelina Palacios in der Titelrolle.
Eher Schwarzmaler als Schwarzseher ist PIERRE SOULAGES und – wie die Ausstellung LE NOIR im Museum Folkwang mit nur drei Gemälden beweist – einer der radikalsten Maler der Gegenwart. Quietschbunt ist die Schau AMERICAN POP ART in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, wo Werke der 1960er und 70er Jahre von Rauschenberg bis Warhol zu sehen sind.
Lokalkoloriert ist unser Literaturportrait, das sich diesmal um FRANK GOOSEN und seinen neuen Roman, Fußball und Kultur in Bochum dreht.
Die Signalfarbe Rot dominiert in Quentin Tarantinos THE HATEFUL EIGHT. Das dialogische Gemetzel im Ultra Panavision 70mm-Breitbildformat ist unser Film des Monats.
Eine Kulturwandlerin ist VICKY KRIEPS, die schon mit internationalen Größen wie Philipp Seymour Hoffman gedreht hat und die wir anlässlich ihrer Rolle in „Colonia Dignidad“ zum Interview treffen. Dass nur die Realität STRANGER THAN FICTION sein kann, beweist das gleichnamige Dokufilmfestival, das bis 15.2. in Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Mülheim und Münster gastiert und nicht weniger als das pralle Leben jeglicher Couleur zeigt.
Duck Norris wünsche ich jedenfalls weiterhin gute Besserung. Denn der steckt nicht das Köpfchen ins Wasser – Duck Norris stellt den See auf den Kopf.
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