Die Krisenzeiten, in denen deutsche Urlauber aus Sparsamkeit heimische Regionen (wieder-)entdeckten, sind einstweilen vorbei. Geblieben ist dennoch die Lust auf Allgäu und Ostsee, Mecklenburger See − und das Ruhrgebiet.
Wer der Motor der Energiewende ist? Ende 2009 hielten Stromkonzerne und Regionalversorger zusammen 15 Prozent an der bundesweit installierten Grünstrom-Leistung. Viel weiter sind ihre Bürger-Kunden: Denen gehörten zu diesem Zeitpunkt 42 Prozent der Erzeugungskapazitäten, neun weitere Prozent wurden von Landwirten gehalten. Eine „bürgerliche Mehrheit“ – die wächst.
Sehr komisch: Da bekommt nach Jahrzehnten endlich wieder der Gedanke an elektrische Mobilität Schwung und Oberwasser, da wird ein nationaler Aktionsplan ausgerufen und in Regio-Clustern Fördergeld ausgeschüttet.
Die neue Gattung mit dem groß vorangestellten „E“ hat es noch schwer. Seit den ersten Bastlerlösungen sind gut 40 Jahre vergangen, mehrere – inszenierte – Hypes blieben ohne nennenswerten Erfolg. Der deutsche Markt spürt kaum Nachfrage, wohl auch, weil für die als „revolutionär“ gefeierte Erfindung einige liebe Gewohnheiten aufgegeben werden müssen. Dennoch glaubt die Branche fest, dass 2011 das „Jahr des Durchbruchs“ sein werde. Und eine gute Neuigkeit aus den USA gibt es tatsächlich: Zum ersten Mal hat jetzt das Web-Kaufhaus Amazon in einem Quartal mehr E-Books als gedruckte Bücher verkauft.
Mit voller Hose lässt sich gut stinken ... und wer sechsstellige Beträge übrig hat, um sich ein schickes Motorboot an den Steg zu legen, wird kaum zählen, ob man damit im Sommer tatsächlich 30 Stunden auf dem Wasser unterwegs war oder doch weniger. Auf manchem See zählt eben, dass man’s überhaupt kann: in den Alpen wie im Bereich der Ruhr-Talsperren. Da wie dort sind neuerdings Elektroboote der exklusive Schlüssel zum Skipperglück.
Innovation City Ruhrgebiet - nun ist es also Bottrop geworden. Der Sieger im CO2-Halbierungs-Contest konnte sich mit einigen Plus- punkten von Mitbewerbern wie Bochum und Essen absetzen. Dazu zählten eine beispielhafte Bürger-Mobilisierung und bereits gestartete Klima-Projekte, die woanders noch nicht einmal unter „Wir planen“ auf der Liste standen. So wie „Wärme auf Rädern“.
Einige Elektroautos sind tatsächlich schon im Ruhrgebiet erhältlich. Im neuen Jahr soll es nun mehr Bewegung auf dem Markt geben. Zahlreiche neue Modelle sind angekündigt. Vorläufig gilt aber: ohne jede Förderung
Internationale Bauausstellung … war einmal. Kulturhauptstadt … blinkt noch zwei Monate. Das kommende Leuchtturmprojekt heißt „Innovation City“: Bis 2020 soll es in einem Ruhrgebiets-Musterquartier die klimaschädlichen CO2-Emissionen halbieren, über alle Grenzen als Modell strahlen - und nebenbei in eine Expo-Weltausstellung münden. Fünf Städte(kombis) fiebern nun dem 5. November entgegen, wenn der Initiativkreis Ruhrgebiet den Casting-Sieger küren will. Es geht um Investitionen in Milliardenhöhe.
Im kommenden Jahr sollen sie also auf den deutschen Markt rollen: Elektro-PKW aus Serienfertigung, von Mitsubishi, Renault und Co. Doch sie werden nicht gerade billig sein. Da stellt sich die Frage, ob es nicht auch anders geht.
Vor dem altehrwürdigen Bahnhof Dahlhausen im Südwesten Bochums fährt die Zukunft vor. Auf Einladung des Vereins ‚PRO Dahhausen e.V.‘ legt die ‚Tour de Ruhr‘, die in der Region größte Veranstaltung zum Thema Elektromobilität, eine Etappenpause ein. Dutzende von Kleinwagen gleiten fast lautlos über das alte Kopfsteinpflaster.

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