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Carl Boppo,Wirtshausszene, Öl auf Leinwand, © Gustav Lübcke Museum
Foto: Heinz Feußner

Geordnete Verhältnisse

28. September 2017

Sammlung Lübcke in Hamm – Ruhrkunst 10/17

Das Gustav Lübcke Museum bringt Licht in ein wichtiges Kapitel seiner Bestände, das ansonsten im Depot und damit auf engem Raum im Dunkel verborgen ist. In der großen Wechselausstellungshalle ist die Universalsammlung von Gustav Lübcke mit ihrem Mobiliar, den Gläsern, Münzen, Schmuckstücken, Scherenschnitten und vielem mehr ausgebreitet und nach Gattungen sortiert. Gustav Lübcke (1868-1925) führte mit seiner Gattin einen Kunst- und Antiquitätenhandel in Düsseldorf. 1917 übereignete das Ehepaar seine Sammlung der Stadt Hamm, aus der Lübcke stammte und in die er später wieder zurückkehrte. Da für ein Museum kein eigenes Gebäude und keine Leitung vorgesehen war, hat er dieses in einem städtischen Gebäude ehrenamtlich betreut. Erst sieben Jahrzehnte später erhielt die Stadt erstmals ein Museumsgebäude, welches die Ausrichtung von Lübckes Sammlung auf mehrere Sparten hin beibehielt.

Eigentlich genauso interessant wie die Sammlung selbst ist jetzt, in der Ausstellung zum 100. Jubiläum ihrer Schenkung, die Präsentation. Die Vitrinen sind nicht nur Behältnisse, sondern lassen in ihrer Transparenz die Halle licht und weit erscheinen und geben zugleich Laufwege vor. Die Gegenstände sind darüber hinaus auf Sockeln und an der Wand in Gruppen präsentiert. Auf Texttafeln werden dazu übergeordnete, museologische Fragen aufgeführt. Das ist so didaktisch wie es sein muss, um für die Museumsarbeit überhaupt – die konservatorischen Gesichtspunkte und Aspekte der Präsentation – zu sensibilisieren. Und es bleibt aufmerksam gegenüber den Sammlungsgegenständen selbst, die auf jeweils angemessene Weise vorgestellt werden. Neben all den Gebrauchsobjekten und den Textilien und sakralen Skulpturen findet sich etwas abseits eine Wand mit Gemälden der Düsseldorfer Malerschule, freilich nicht von deren Hauptvertretern. Innerhalb der Ausstellung ist das fast zu vernachlässigen. Aber dann entdeckt man in der Reihe der Bilder doch eine kleine Winterlandschaft, die Gustav Lübcke selbst gemalt hat – eine nette Geste von Diana Lenz-Weber an ihren Vorgänger als Ausstellungs- und Sammlungskurator.

Hereinspaziert! 100 Jahre Sammlung Gustav Lübcke | bis 15.10. | Gustav Lübcke Museum Hamm | www.hamm.de/gustav-luebcke-museum

THOMAS HIRSCH

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