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Die sechs Mitglieder der Künstlergruppe „junger westen“, 1960
Foto: courtesy Kunsthalle Recklinghausen

Ganz früh vorne weg

29. Juni 2017

Der „junge westen“ in Witten – Ruhrkunst 07/17

Für dieses Jubiläum hat sich gleich das halbe Ruhrgebiet zusammengeschlossen. 1947 haben Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Ernst Hermanns, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann und Hans Werdehausen in Recklinghausen die Künstlergruppe „junger westen“ gegründet, und das Geschehen vor siebzig Jahren wird nun in mehreren Ausstellungen thematisiert. Die jungen Maler und Bildhauer organisierten Ausstellungen und diskutierten, wie in den Nachkriegsjahren und aus der Isolation heraus der Anschluss an die internationale Kunst gelingen könnte, und vergaben den gleichnamigen Kunstpreis. Ort war der Hochbunker der Kunsthalle Recklinghausen, aber die für das gesamte Ruhrgebiet so bedeutsamen Aktivitäten sorgten in ganz Westdeutschland für Aufsehen. Dass mit Hermanns und Schumacher auch zwei Künstler dabei waren, die selbst international erfolgreich wurden, und Grochowiak zeitweilig den Posten eines Museumsdirektors übernahm, hat dafür gesorgt, dass die Gruppe auch nach ihrer Auflösung 1962 weiter im Gespräch blieb, zumal der Kunstpreis bis heute vergeben wird.

Nun also die „Hommage“ in den RuhrKunstMuseen: Neben dem Überblick über die Werke der einzelnen Mitglieder, den die Kunsthalle Recklinghausen derzeit veranstaltet, und einer Auswahl der Preisträger zum Kunstpreis junger westen bei DKM in Duisburg (neben Tom Fecht), ist besonders die Ausstellung im Märkischen Museum Witten hervorzuheben. Sie widmet sich den fünfzehn Jahren des Bestehens der Gruppe. Das Märkische Museum zeigt dazu auch Werke befreundeter Künstler wie Emil Cimiotti, Karl Otto Götz und Georg Meistermann – alle zusammen bilden ein „Who's who“ der deutschen Kunst der Nachkriegszeit.

Deutlich wird in dieser Ausstellung die allmähliche Überwindung des Realismus bei den jungen Künstlern. Individualstile bildeten sich heraus und ließen sich doch den internationalen Strömungen zuordnen, dem Informel, dem Abstrakten Expressionismus oder den konstruktiven Tendenzen. Eines vermittelt die Wittener Ausstellung besonders eindrucksvoll: das erstmalige Entstehen einer künstlerischen Identität nach 1945 in Deutschland.

„Die Künstlergruppe ‚junger westen‘ 1947-1962“ | bis 20.8. | Märkisches Museum Witten | 02302 581 25 50

THOMAS HIRSCH

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