
Pieta
Südkorea 2012, Laufzeit: 104 Min., FSK 16
Regie: Kim Ki-duk
Darsteller: Cho Min-soo, Lee Jeong-jin, Woo Gi-hong, Kang Eun-jin, Jo Jae-ryong, Lee Myung-ja, Heo Joon-seok, Kwon Se-in, Song Moon-soo, Kim Beum-joon
Schuld und Sühne-Drama
Ohne Mutterliebe
„Pieta“ von Kim Ki-duk
Der erste Film von Kim Ki-duk nach seiner autobiografischen Selbstzweifel-Doku „Arirang“ ist wenig zerrissen, sondern klar und prägnant. Die Gewalt ist ebenso deftig – auch wenn im Bild nur selten sichtbar – wie die Bilder von Rache, Reue, Liebe und Leid prägnant sind. Kim Ki-duk entfaltet ein beeindruckendes Szenario von Schuld und Sühne, das mit christlicher Ikonografie arbeitet, ästhetisch aber im schlichten Alltagsgrau steckt. Sein Bild der (koreanischen) Gesellschaft ist ebenso von Kapitalismuskritik wie von Humanismus durchzogen. Die dramaturgischen Auswüchse pathetisch zu nennen wäre verfehlt – sie sind einfach abgründig. Der Regisseur fände sie wohl schlicht „adäquat“ zu den gesellschaftlichen Verhältnissen.
Venedig 2012: Goldener Löwe
(Christian Meyer)

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