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Tron: Legacy

Tron: Legacy
USA 2010, Laufzeit: 125 Min., FSK 12
Regie: Joseph Kosinski
Darsteller: Garrett Hedlund, Olivia Wilde, Jeff Bridges, Michael Sheen, Bruce Boxleitner

Meine Meinung zu diesem Film

Uff!
Matt513 (231), 15.06.2013

Hab's endlich geschafft, Tron Legacy komplett zu gucken. Angesichts mehrerer Fehlversuche muß ich das so schreiben. Zu groß war der Widerwille bisher, bis zum Schluß durchzuhalten. Habe mir nun beide Filme, Tron von 1982 und Tron Legacy hintereinander weg angeschaut.

Tron mit seinen computergenerierten Sequenzen ist ein Meilenstein des animierten Films, buchstäblich ein Blick in eine andere Welt. Er erzählt eine Story mit klaren Strukturen, Gut gegen Böse vom Anfang bis zum Schluß, simpel aber gut.

In Tron Legacy ist 1 Stunde lang nicht klar, was der ganze Quatsch eigentlich soll. Stattdessen unterkühlte Ästhetik, zäher Erzählfluß und ‚Action‘ wie Werbespots für die weitere Verwertungskette. Diese bedeutungsheischenden Choreographien halt, die schon seit Matrix 2 einfach nur nerven. Das virtuelle Motorradrennen in Tron ist dessen Prunkstück, da ist Pep drin; alleine dafür lohnte der Kauf der DVD Jahre später. In Tron Legacy ist es verknotet, langweilig und überladen, so daß man bald aussteigt.

Überhaupt, was soll das sein, wo Flynn da gelandet ist? Etwa der Cyberspace? Ich liebte jenen im Original. Herrlich klare Formen, wunderbar fluchtende Linien. Im Kino damals kam das hammermäßig (@mein Vorvorschreiber: Die vereinfachten Formen und Texturen waren doch grad der Clou :). Das erzeugte ja mithin die Illusion der künstlichen Welt). Es ist mir klar, daß die Evolution der Technik auch vor virtuellen Welten nicht haltmacht. Demnach dürfen sie heute eine andere Ästhetik aufweisen als jene damals. Aber Blitz und Dampf? Düsentriebwerke? Alte Bücher? Abendessen?? Mit Spanferkel, etwa aus 'nem digitalen Stall? Wollte man eigentlich was ganz anderes in Bilder setzen? Ich hatte nie wirklich den Eindruck, den Cyberspace zu betrachten. Diese Illusion versagt der Film auf ganzer Linie. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wirkt er eher wie eine Dystopie. Die Kurzinfo meint dazu: „Im direkten Vergleich wirkt das Original von 1982 nur noch wie eine schlechte Blaupause.“ Na, wenn Sie meinen, aber es läuft wohl eher auf den direkten Vergleich von Äpfeln mit Birnen hinaus.

Dämliche, einschläfernde Dialoge. 1982 waren die meisten von uns vom Umgang mit Computern weit entfernt. Dem trugen die Dialoge in Tron Rechnung, die aus heutiger Sicht teils etwas einfältig wirken. 2010 in Tron Legacy konnte man das nicht mehr gelten lassen; dennoch sind die technischen Belange in den Dialogen teils saudoof umgesetzt. Hält man sein Publikum immer noch für zu dumm? Anscheinend ja.

Und dann Garrett Hedlund! Er hat die Leinwandpräsenz einer Parkbank. Was für ein Ausfall. `Sollte lieber weiter für Parfüm modeln, dann riecht er wenigstens gut. Der einzige, der Spaß macht und sich ein wenig austoben darf, ist Michael Sheen als Zuse (süß die kleine Chaplin-Einlage). Alle anderen Charaktere bleiben mimisch auf dem Niveau der Kulissen, vor denen sie stehen, Jeff Bridges eingeschlossen, egal ob in der jungen oder gealterten Version. Traurig.

Mit Tron Legacy wurde die große Chance vermurkst, eine gute Idee fast 30 Jahre später mit allen dabei gegebenen Möglichkeiten weiterzuentwickeln. Ich will mich nicht über meine Mitmenschen erheben, schon gar nicht über jüngere, aber mir tun Leute leid, auf die man einen derart mittelmäßigen Film losläßt und ihnen dabei suggeriert, solch eine Schafscheiße sei ‚gutes Kino‘. Denselben Leuten dreht man nach dem Kinobesuch den überzuckerten, ewig gleich schmeckenden Shake an und suggeriert ihnen, das sei nun Erdbeer. Das ist widerlich und manipulativ. Denn wenn sie dann doch mal frische Erdbeeren verzehren, sind sie doch glatt enttäuscht, weil sie nicht verstehen, daß man sie immer nur beschissen hat. Und fürs Kino gilt grad dasselbe.

Der Berg kreißt ...
woelffchen (578), 05.02.2011

"Ein Meilenstein in der Geschichte der Computeranimation und des actionreichen Science-Fiction-Genres. Die absolute Verschmelzung von Computer und Mensch, in der die Grenzen zwischen Hardware und Software, Mensch und Maschine nicht länge existieren." - Soweit der Cover-Text der DVD "TRON" von 1982.

Lang, lang ist's her. Und es war damals wirklich o.k.
Und heute - TRON II ?
Gut gezielt, aber leider voll daneben. Und das bei ungeahntem Spielraum und einem finanziellen Aufwand von 200 Mio. Dollar. Kaum zu glauben.


Schauspieler? Fehlanzeige. Einzig Michael Sheen bringt als David-Bowie-Verschnitt mal etwas Leben in die sonst arg lahme Bude, aber leider nur für ein paar Minuten.

Wie gesagt:
Der Berg kreißt und gebiert ein Mäuslein, na, sagen wir besser: eine Maus. - Mein lieber Herr Koschinski ...

Hochästhetische Langeweile
otello7788 (541), 03.02.2011

Ich habe mir gerade auf Youtube nochmals die Schlüsselszenen von TRON 1 angesehen. Natürlich sind die Bilder von TRON 2 unvergleichlich besser. 1982 haben die an Texturen so grade Schatten hinbekommen und das ganze Bild sieht doch arg nach Strichzeichnung aus. Aber sie haben damals einen spannenden, dramatischen Film gemacht. Im Gegensatz zur modernen Version. Und das liegt an einer Sache, die aber nicht nur das Problem von TRON 2 ist - der viel zu schnellen Schnittfolge. Ich weiß ja nicht, ob es nur mir so geht, aber in den Szenen mit Action finde ich mich nicht zurecht. Da passieren Dinge in einer Geschwindigkeit, die ich so nicht nachvollziehen kann. Da ich den Ablauf des Geschehens so nicht verinnerlichen kann und nur aneinandergereihte bunte Bilder sehe, geht mir die Spannung komplett flöten.

Man sehe sich mal das Lichtwagenrennen aus TRON 1 bei Youtube an. Man versteht, wo und wer dort wie fährt. Man kann sich sogar den Raum vorstellen. Das entsprechende Rennen in TRON 2 ist vollkommen unübersichtlich, hektisch und sprunghaft. Dafür sind die Bilder hochästhetisch. Mir reicht das nicht. Ist vielleicht eine Frage des Alters? Ich habe 1982 TRON 1 im Kino gesehen und mein letztes Videospiel, was mich eine Nacht gekostet hat war "Prince of Persia Teil 1".

Aber es gibt auch Gutes aus dem Film zu berichten. Eigentlich sehr schön und auch schlüssig war die Idee zur Handlung. Wunderbar die kleinen Links zur Computergeschichte (Der Mac Classic im Hintergrund, Zuse als Name für das Programm mit den meisten Zyklen und sicherlich vieles mehr). Das Highlight war aber dann nicht digital, sondern die traumhafte schöne Ducati Sport Classic. Ausserdem war der Soundtrack von Daft Punk eine Wucht.

Ich bleibe übrigens bei meiner Meinung: Wenn 3D nicht die Qualität von "Avatar" hat, ist es völlig überflüssig. Nach 10 Minuten hat es sich einfach versendet und man empfindet den Film genauso wie in 2D.

TRON fast ohne TRON
Watchman (15), 01.02.2011

Eine gute Portion Nostalgie sollte man schon zu Popcorn und Cola packen, um an das Original anknüpfen zu können.
Vielleicht fällt es dem Zuschauer ohne Erinnerung an den alte TRON aber auch leichter, dem neuen TRON ein Mehr an Spannung abzugewinnen.

Apropos TRON - Der Namensgeber des Originals sieht man hier (leider) nur in einer Nebenrolle.
Dafür wurde das "Raster" aber mit einigen neuen Charakteren bestückt, von denen aber kaum jemand so wirklich überzeugt. Olivia Wilde und Beau Garrett können aber mit ihrem stylischen "Raster"-Look einige Punkte kassieren, und Michael Sheen immerhin mit seiner Durchgeknalltheit.
Weder Flynn Senior (Jeff Bridges), noch sein elektronisch gelifteter Digital-Clon lassen den Funken überspringen.


Der Plot ist so plan gerechnet wie das Reißbrett eines Architekten und die Dialoge scheinen eher einem PC- Adventure entnommen, was die Vermarktung eines solchen sicherlich vereinfachen wird.

Na ja, da ist ja noch der hoch(vor)gelobte 3D-Effekt.
Nein - auch der ist nicht so 3D-ig wie erhofft. Sicherlich gut gemacht aber etwas flau und nicht mit dem einst in Avatar Gesehenen zu vergleichen. Da hätte man bei diesem Genre schon etwas mehr optische Tiefe erwarten können.


Immerhin können die heiß erwarteten Actionsequenzen, wie Diskuskampf, Lichtmotorradrennen und das wirklich toll aufgepeppte optische Design des "Rasters" das Auge erfreuen.
Und für die Ohren gibt es auch noch was. Keine Frage - Daft Punk war da wirklich eine gute Wahl.
Alte 80er-Sounds und durchdringende Synti-Akkorde geben dem Film die akustische Tiefe, die auf der Story-Ebene fehlt.

Fazit: Optisch und akustisch durchaus ansprechendes Sequal mit glatt gerechnetem Content = für TRON-Fans (wie ich einer bin) ein Muss.

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