
Morgen vor langer Zeit
Deutschland 2026, Laufzeit: 95 Min., FSK 6
Regie: Luise Donschen
Darsteller: Gerti Drassl, Clemens Bobke, Manuela Biedermann
Unkonventionelles Wendezeit-Drama
Durch (T)raum und Zeit
„Morgen vor langer Zeit“ von Luise Donschen
Patty (Gerti Drassl) sieht sich während der Wiedervereinigung mit einer neuen Realität konfrontiert: Die Filmfabrik braucht sie nicht mehr, das Ersparte verliert über Nacht an Wert, und Freundin Jelena zieht in den Westen. In stillem Protest gegen die Entwertung ihrer Lebenswelt verwandelt Patty ihre Wohnung in ein Refugium für aussortierte Habseligkeiten und verschwindet in die Wälder des Kyffhäusergebirges.
Drassl spielt den Rückzug mit zurückhaltender Mimik, die Kamera folgt ihr geduldig, der Dialog bleibt karg. Diese dokumentarisch anmutende Nüchternheit verwebt Donschen mit surrealen Überlagerungen von Zeit und Raum, sodass mit „Morgen vor langer Zeit“ keine geschlossene Erzählung, sondern eine experimentelle Inszenierung von Wahrnehmung zwischen Gestern und Heute entsteht.
(Valentina Rauch)

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