
Her Private Hell
Dänemark, USA 2026, Laufzeit: 110 Min.
Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller: Sophie Thatcher, Charles Melton, Kristine Frøseth
Der neue Trip von Refn
Opfer des Nebels
„Her Private Hell“ von Nicolas Winding Refn
„Es ist 2026. Ich hab wirklich keine Lust mehr, Filme zu sehen, bei denen weibliche Figuren auf schön aussehen, Daddy Issues und einander hassen reduziert werden“, raunt Kollegin Marina Wudy nach der Sichtung – „Her Private Hell“. Zu Recht, Refns Frauenbild gestaltet sich auch in seinem neuesten Werk recht unterkomplex. Das Bild der Männer – gewohnt toxisch – auch.
Trotz alledem kann man sich Refn nur schwer entziehen: Nach dem rauen Realismus der Anfangszeit („Pusher“) und der Erkenntnis, dass sich Realität nicht abfilmen lässt, driftet der Däne zunehmend ins Phantastische ab und sucht nun dort nach Wahrhaftigkeit. Ein mythologisch aufgeladener, grausam schöner Trip durch Neonlicht, Sternenstaub, Blut und Nebel. Refn bleibt aufreibend, aufregend, sperrig, visionär.

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