Ajami
D/ISR 2009, Laufzeit: 120 Min., FSK 16
Regie: Yaron Shani, Scandar Copti
Darsteller: Shahir Kabaha, Ibrahim Frege, Fouad Habash, Youssef Sahwani, Ranin Karim, Eran Naim, Scandar Copti, Elias Sabah, Hilal Kabob
Überlebenskampf in Israel
(0), 15.04.2010
Die deutsch-israelische Produktion AJAMI ist ein ungewöhnlicher Film, der die Realität des Konfliktes zwischen Palästinensern und Juden in Israel beschreibt. Zwar hatte ich die Info des Kinos (ENDSTATION) gelesen, dennoch hatte ich nicht mit einer so intensiven Handlung gerechnet.
Zunächst fand ich den Film streckenweise wenig spannend. Im Nachhinein muss ich aber sagen, wer diesen Film sieht, erfährt in brutaler und umfassender Weise, wie das Verhältnis der verschiedenen Glaubens- und Völkergruppen zueinander in Israel ist.
Anhand von verschiedenen, kleinen Geschichten, die in AJAMI als ?Kapitel? den Film unterteilen und die am Ende in der Handlung zusammengeführt werden, haben die Regisseure Scandar Copti und Yaron Shani in bestechender Weise die Kaltblütigkeit und Brutalität im Alltags-Überleben skizziert. Blutrache und die Definition von Familie, in der jedes Individuum zwar geschützter Teil ist, andererseits dafür aber auch seine Freiheit als Einzelne/r, mit eigenem Willen, Wünschen und eigenen Interessen für das Leben, aufgeben muss und sich dem Gemeinwohl der (arabisch geprägten) Familie unterzuordnen hat, sind für unser Verständnis von familiärem Respekt und Zusammenleben, sicher schwer nachvollziehbar.
Der Film eignet sich für Interessierte, die mehr über die Kultur und die Konflikte in Israel erfahren möchten, denn nicht umsonst ist AJAMI als ?Bester ausländischer Film? für einen OSCAR nominiert worden. Irre beeindruckend, aber auch bedrückend, der einen nach dem überraschenden Schluss zunächst sprachlos sein lässt und Gesprächsbedarf provoziert! Klasse!!!
Nicht genial, aber sehenswert
Bijan (32), 24.03.2010
Einige dramaturgische Notbremsen und zum Teil mäßiges Laien-Spiel wechseln sich hier ab mit sehr realen, lebensnahen Einblicken und wahrhaftigen Emotionen, die von einer fantastischen Kameraarbeit eingefangen werden.
Das Buch ist schnell erzählt und die Story für den geneigten Zuschauer früh durchschaubar, wobei die zum Teil zähen Dialoge ihr übriges tun. Dennoch: Ein paar der Laein stechen mit brillanten momenten heraus und die Montage lässt hier und da wahres Können aufblitzen, so dass Anerkennung und Festivalerfolg des Filmes nicht überraschen.
Kaum betrachtenswert, ...
woelffchen (597), 15.03.2010
... und nur bedingt diskussionswürdig. Letztlich leider nur eine einzige Enttäuschung.
Nachdem er eingereiht war in die Oscar-Nominierung für den besten ausl. Film - zusammen mit "Das weiße Band" und "Ein Prophet" - war ein hochwertiger, der internationalen Konkurrenz standhaltender Film zu erwarten gewesen. Herausgekommen ist aber nur ein mittelmäßiger Low-Budget-Film mit etwas Lokalkolorit, mit einigen, es gut meinenden Laiendarstellern, ausgeprägter Dialoglastigkeit - das alles O.m.U. - und einer Mixtur aus allseits bekannten politischen, gesellschaftskritischen, religiösen und kriminellen Bestandteilen.
Der Film schafft es in keiner Weise den das Sujet hinterfragenden und sie interpretierenden Aspekten eines internationalen Werkes gerecht zu werden.
Das Maximum seines Erfolges war seine vermutlich auch auf Proporzdenken zurückzuführende Nominierung - ansonsten kann man ihn schnell wieder vergessen.
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