Jede gute Idee kann in ihr Gegenteil umschlagen. Einst sollte Hip-Hop die Energie von Jugendbanden in friedliche Bahnen lenken. Rap, DJing, Graffiti und Breakdance luden zum kreativen Wettbewerb ein. Die Sparte Rap ist heute berühmt nicht nur für Kunstfertigkeit, sondern auch berüchtigt für Gewaltexzesse ‒ nicht im Video, sondern im wahren Leben. So auch im gar nicht berüchtigten Oer-Erkenschwick, wo nun eine blutige Schießerei der Rap-Szene zugeordnet wird. In Schwerte durften indes jugendliche Sprüher einen alten Bahnhofstunnel mit Graffitis gestalten. Die Anlehnung an digitale Ästhetik dürfte weithin gefallen, nichts erinnert an die rebellischen Namenszüge eines T-Kid oder JayOne. Das mögen manche bedauern. Wichtiger ist: Es ging friedlich zu.
Friedliche Konkurrenz reicht nicht zum Liebesglück. In unserem Monatsthema NEUE ZÄRTLICHKEIT wägen wir ab, wie sich die Partnersuche in digitalen Zeiten wandelt. Mit dem Soziologen OLIVIER VOIROL sprechen wir darüber, wie beim Online-Dating Liebe in der Distanz entsteht.
Auch Regisseurin Romy Schmidt hinterfragt unser Zusammenleben. In der Inszenierung von Rainer Werner Fassbinders ANGST ESSEN SEELE AUF am Bochumer Prinz-Regent-Theater ist die Flüchtlingsfrage so präsent wie das Publikum, das Unmut über das Bühnengeschehen mit Plüschfiguren wurfstark äußern darf. Auch das Theaterkollektiv EGfKA analysiert in ANASTROPHE NOW! im Mülheimer Ringlokschuppen globale Probleme und diskutiert hoffnungsvoll Lösungen. Wir sprechen mit den Macherinnen.
Imogen Kogge und Tobias Hoheisel inszenieren am Essener Aalto-Musiktheater Vincenzo Bellinis Oper NORMA. Die zurückhaltende Inszenierung rückt die Charaktere und die musikalische Leistung in den Vordergrund.
Das Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop widmet TOBIAS PILS eine erste museale Einzelausstellung in Deutschland. Unser Kritiker Thomas Hirsch fand Gemälde vor, deren entschleunigende Wirkung bemerkenswert ist. Die Museen Lehmbruck und Küppersmühle in Duisburg zeigen gemeinsam Skulpturen, Wandarbeiten und Installationen von ERWIN WURM. Mit Lehmbruck-Direktorin Söke Dinkla sprechen wir über die Ausstellung als Gratwanderung. Das Essener Museum Folkwang widmet sich in der Ausstellung PLAKATE IM SUMMER OF LOVE der Blütezeit der Hippie-Bewegung um 1967. Das unvermeidlich psychedelische Thema wird sachlich präsentiert, lobt unser Kritiker Peter Ortmann.
Unser Film des Monats DIE VERFÜHRTEN spielt im Jahr 1864, im amerikanischen Bürgerkrieg. Die Bewohnerinnen eines Internats im Süden sind plötzlich mit einem verletzten Nordstaaten-Soldaten konfrontiert. Regisseurin Sofia Coppola spürt in ihrer Adaption eines Romans von Thomas P. Cullinan den Gefühlen der Protagonistinnen nach. Sönke Wortmann hat Frank Goosens Roman SOMMERFEST verfilmt. Mit Hauptdarsteller Lucas Gregorowicz sprechen wir über Bochum als künstlerische Heimat und Unterschiede zwischen Kino und Fernsehen.
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