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Medienpädagogin Nina Heise (links) und Lichtburg-Leiterin Petra Rockenfeller
Foto: Dominik Lenze

Filmkunst für die Jugend

18. Dezember 2015

11. JugendKinoTage in der Lichtburg Oberhausen – Foyer 12/15

Diese Woche endeten die 11. Oberhausener JugendKinoTage: In einer Woche bot die Lichtburg Oberhausen eine bunte Auswahl an sehenswerten Filmen speziell für Jugendliche, darunter Arthouse-Erfolge wie „Victoria“ oder den Weihnachts-Hit „4 Könige“. Moderiert und mit Filmgesprächen umrahmt wurde das Programm von der Medienpädagogin Nina Heise – sie verfolgtmit ihrer Arbeit nicht bloß einen erzieherischen Ansatz, sondern auch darum, den Heranwachsenden Film als Kunstform näher zu bringen.

 

Medienpädagogik – das klingt zunächst wie der zwanghaft jung gebliebene Lehrer, der – wow, wie subversiv – mit seinem Deutschkurs „Die Welle“ schaut. Nina Heise ist Belehrung weniger wichtig: „In erster Linie geht es darum, Spannung für den Film zu wecken“, sagt sie. Und auch darum, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie sind: „Die sind ja nicht blöd – und haben Erfahrung durch ihre eigene Mediensozialisation.“ Vermeintlich „pädagogisch wertvolle“ Filme – was auch immer das heißen mag – sind deshalb gar nicht gefragt, sondern in erstzer Linie einfrach nur gute Filmkunst.

 

Und zwar besonders gerne deutsche Filme: Es gibt ja nicht nur „Fack ju Göhte“, sondern auch „Boy 7“, „leider gehen aber viele deutsche Filme an den jungen Leuten vorbei“, findet Heise. Die Jugend-Kino-Tage sind da natürlich eine gute Gelegenheit, dem entgegenzuwirken.

 

In den Schulen wird Film nun einmal recht stiefmütterlich behandelt. Fest im Lehrplan eines Faches ist Film nicht verankert – und ein Pflichtfach Medienkunde oder dergleichen gibt es nun einmal nicht. In NRW sehe es so aus: „Film muss halt fächerübergreifend, irgendwo stattfinden.“ Das kann dann dazu führen, dass sich kein Lehrer verantwortlich fühlt – oder das Thema mit Lehrfilmchen für den Bio-Unterricht abgefrühstückt ist.

 

„Es gibt aber auch Bundesländer, in denen Film als Fach integriert ist“, sagte Heise. Sie wusste zum Beispieln von niedersächsischen Schulen zu berichten. Vielleicht wäre das ja auch für NRW eine gute Idee – genügend Filmkultur vor Ort gibt es ja. Doch bis dahin zeigen auch Projekte wie die Jugend-Kino-Tage ihre Wirkung: in Oberhausen, sagt Heise, gebe es bei den Schulen schon einne traditionelle Kino-Sozialisation.

Dominik Lenze

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