Die zweite Verfilmung eines autobiografischen Romans von Joachim Meyerhoff (nach „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“) begleitet den 20-Jährigen (Bruno Alexander) an die Münchener Otto-Falckenberg-Schauspielschule. Dort spricht der bei seinen Großeltern wohnende Student mit „Dantons Tod“ vor und fällt als Fontane zitierendes Nilpferd fast durch. Simon Verhoeven setzt in seinem Film auch seine eigene Mutter (Senta Berger als Großmutter) in Szene. Seine Regie bewegt sich dabei zwischen Satire und seichteren Gags. Da Verhoevens Drehbuch die übrigen Charaktere nicht vollständig ausgereift entwickelt, fehlt es der Komödie „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ an Charme, Esprit und jenem Herzblut, das uns berührt. Was bleibt, ist ein munter aufspielendes deutsches Kino- und TV-Starensemble.
„Rühr mich nicht an“ steht auf Latein als Tattoo auf dem Nacken von Misha, einem Angestellten des Leichenschauhauses. Das nach einem Suizidversuch im Krankenhaus gelandete Model Masha fühlt sich zu ihm hingezogen – oder zu den morbiden Gemälden, die sich in seiner Wohnung stapeln? Mit an Werbefilme erinnernden Bildern (Kamera: Mikhail Khursevich) begleiten die beiden Dokumentarist:innen Elsa Kremser und Levin Peter in ihrem Spielfilmdebüt „White Snail“ ihre sich selbst spielenden Protagonist:innen Marya Imbro und Mikhail Senkov. Da treffen zwei Selbstdarsteller:innen auf zwei in ästhetische Überhöhungen verliebte Filmemacher:innen, die vom Dokumentarfilm nicht lassen können, den Spielfilm aber noch nicht verinnerlicht haben. Aber die rätselhaft-schönen Bilder machen neugierig auf weitere Filme des Duos.
Außerdem neu in den Ruhr-Kinos: die wahre Geschichte „Die Schule des Mutes – Rule Breakers“ von Bill Guttentag, Sam Raimis Horror-Comeback „Send Help“, der Tier-Horror-Spuk „Primate“ von Johannes Roberts, die Fantasy-Fortsetzung „Woodwalkers 2“ von Sven Unterwaldt und das Trickfilmabenteuer „Charlie der Superhund“ von Shea Wageman.
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