
Wall-E – Der letzte räumt die Erde auf
USA 2008, Laufzeit: 103 Min., FSK 0
Regie: Andrew Stanton
Darsteller: (deutsche Stimmen) Timmo Niesner, Luise Helm, Bernhard Völger, Markus Maria Profitlich
Und schon folgt der nächste Streich: Nach dem grandiosen „Ratatouille“ zaubern Pixar/Disney ihr nächstes Abenteuer auf die Leinwand: Ein turbulentes Endzeit-Science-Fiction-Spektakel um den letzten Roboter auf Erden.
Es ist noch nicht so lange her, da stolperte Will Smith in „I am Legend“ als letzter Mensch durch New York City. Mit einem selbst entwickelten Virus hatte sich der Rest der Menschheit ausgelöscht. Ähnlich verloren wie sein menschliches Vorbild rollt nun der neue Pixar-Held durch die Metropole, ein kleiner Roboter namens WALL.E, eine Schrottpresse auf Kettenrädern, die unermüdlich Müll stapelt. Und davon gibts genug: Um die Erde ist es geschehen, der Mensch hat alles kaputt gemacht und sich mit einem gigantischen Raumschiff ins Weltall abgesetzt. Letzte Hinterlassenschaften sind Mega-Konsum-Ruinen, ein aschgrauer Himmel, Müllberge, die die Wolken kratzen – und WALL.E. Was Will Smith sein Schäferhund, ist dem Roboter die Kakerlake Hal, mit der er abends im Container auf Video das Musical „Hello Dolly“ sieht, ein letztes Andenken an die schöne, alte Welt. Eines Tages landet ein Raumschiff in der Stadt und ihm entsteigt eine hochentwickelte Roboterdame: EVE. WALL.E ist sofort Feuer und Flamme. Doch bis seine Zuneigung erwidert wird, ist es noch ein langer Weg, der beide in die unendlichen Weiten des Weltraums führt.
Höher, schneller und diesmal vor allem weiter: Nach seinem Unterwasser-Abenteuer „Findet Nemo“ manövriert Regisseur Andrew Stanton seine liebenswerten Protagonisten diesmal ins Weltall. Dabei orientierte er sich nicht nur inszenatorisch an Genre-Vorbildern. Zahlreiche Verweise an Science-Fiction-Klassiker werden ebenso wie die Qualität der Umsetzung und vielerlei Details auch wieder das ältere Publikum beglücken. Die Kinder brauchen derweil nicht zu erschrecken, wenn man „WALL.E“ am Ende als pädagogisch wertvoll betitelt: Das menschenverschuldete Endzeit-Szenario auf der Erde und natürlich die Menschen selbst, die in ihrer neuen Zuflucht im All zu unbekümmerten Fleischbergen gedeihen und denen der Monitor vorm Gesicht der Horizont ist – das sind dank der Leichtigkeit der Inszenierung keine moralischen Keulen, wohl aber mahnende Zeigefinger in kunterbunten Handschuhen, bewährt gestrickt auf höchstem Niveau. Inwieweit das Studio seine Geschichten und Emotionen auch dialogfrei vermitteln kann, zeigt die erste Hälfte des Abenteuers. Bis zum Ausritt ins All könnte der Film auch als Stummfilm durchgehen und gleichermaßen berühren. Andererseits möchte man ja nicht auf die großartigen Soundtüfteleien verzichten. Tüpfelchen aufs i ist der Vorfilm „Presto“, der in klassischer Tom & Jerry-Manier einen hungrigen Zauberhasen auf seinen Meister loslässt.
(Hartmut Ernst)

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