Friedensschlag
D 2010, Laufzeit: 106 Min., FSK 12
Regie: Gerardo Milsztein
Darsteller: Eftal, Marco, Josef, Denis, Juan, Rupert Voß, Werner Makella
Regisseur Gerardo Milsztein begleitet straffällig gewordene Jugendliche, die mit dem Maßnahmenprogramm „Work and Box Company“ resozialisiert werden sollen.
Was zuerst klingt wie eine der unzähligen TV-Episoden, die möglichst reißerisch Jugendstraftätern bei ihrer Umerziehung im Camp zugucken, entpuppt sich als kleine Dokumentarfilmperle: Dezent nähert sich Milsztein den Kids und ihren Betreuern und erzählt von einem anfänglichen Duell zweier Welten, das sich mühsam zu einem Miteinander entwickelt. Die Dokumentation über den langen Weg vom sturen Trotz zur Einsicht zollt nicht nur den Erziehern Respekt. Man lernt auch die unnahbaren Jugendlichen kennen, an denen allesamt die Vergangenheit nagt. Milsztein will damit die Taten der Straftäter nicht rechtfertigen. Er würdigt mit seinem Film vielmehr eine Möglichkeit, verlorenen Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen, anstatt sie einfach nur wegzusperren. Nur der Einsatz der Musik ist etwas aufdringlich.
(Hartmut Ernst)

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