
F1 – Der Film
USA 2025, Laufzeit: 155 Min., FSK 12
Regie: Joseph Kosinski
Darsteller: Brad Pitt, Damson Idris, Javier Bardem
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Gehirn auskuppeln...
Matt513 (274), 08.02.2026
Fangen wir mal mit dem Nicht-ganz-so-Optimalen an: Die Handlung, ein gefallener Rennfahrer kehrt nach 30(!) Jahren in den Formel 1-Zirkus zurück und mischt die Szene gehörig auf, dieses in einem bis dato Verliererteam, ist natürlich Gurke. Indes Arthaus-Kino hätte man auch nicht erwartet, nicht bei dem Sujet bzw. bei dem Regisseur, der zuletzt die Fortsetzung von Top Gun drehte.
Weswegen es vielmehr lohnte - in Zeiten, wo manch einer meint, mithilfe von Computern ließe sich im Film alles besorgen (und damit bereits grandios scheiterte), reißt dieser hier den Zuschauer durch echte Bilder mit. Echte Fahrer in echten Autos auf echten Rennstrecken. Pitt und Idris selbst steuerten umgebaute Formel 2-Rennwagen mit beachtlicher Performanz. Sein persönliches Ziel, die 200 Meilen bzw. grob 320 km pro Stunde, verfehlte Pitt um ganze 3 Meilen. Drehbare Minikameras an den Rennautos besorgten die waghalsigen Schwenks während der Hatz; wie erwähnt, alles echt. Führt man sich vor Augen, daß da die Schauspieler mit hohem Tempo selbst fuhren, hebt das diesen Film hier auf ein ganz anderes Level gegenüber solchen, wo Akteure vor der grünen Wand bloß ein wenig so tun, als ob. Das übliche Computergenerierte hält sich erfreulich im Hintergrund. 'Machte ich wenn, dann ausgerechnet in Pitts Gesicht aus, wenn Texturen manchmal etwas, hm, glattpoliert erschienen. Hey, er spielt doch einen gealterten Helden, man lasse ihm also die in Ehren erworbenen Furchen.
Dieses über zwei Rennsaisons verwendete Setup wird durch die durchs Bild stromernden Formel Eins-Größen noch veredelt. Zwischen Ferrari und Mercedes bezog das fiktive "Apex GP"-Team in der Boxengasse Quartier. Die dabei entstandenen Bilder, wenn im Hintergrund die wirklichen Rennställe am Werkeln sind, bei der Startaufstellung die Boliden umschwärmen, überhaupt der ganze Glamour eines echten Renntages, dazwischen Pitts Hayes und Idris' Pearce, um sie herum die Stars der Manege, ein Verstappen, Norris, Sainz, Hamilton, Perez, Alonso; letzterer bei Hayes nach einem Rennen zum Gratulieren vorbeikommend - machen einfach Riesenspaß.
Dieser vollendete Grenzübergang zwischen Fiktion und Realität ist der Extralack auf dem Film. 'Gehörte zu Recht auf der großen Leinwand geschaut. Der treibende, stampfende Soundtrack von Hans Zimmer dazu - mehr geht nicht. Popcorn-Kino der besten Sorte. Da ist die, siehe oben, realistische Handlung entbehrlich. In Sachsen ('hat ja auch eine große Motorsporttradition) würden sie sagen (mit endweichen Konsonanten): "Gehirn ouskübbln und donn longsom blubbrn losn".
Formel Pitt
Das Auge (357), 21.09.2025
Cooler Film über den modernen Motorsport, der von Computern und Hitec geprägt ist. Dennoch braucht es Mumm, Willen, Erfahrung und auch Glück im richtigen Moment, um vorne mitzufahren.
Dies wird im Film interessant und ohne allzuviel Geschwurbel drum herum stringent und spannend erzählt. Ohne Brad Pitt wäre dies alles nichts, er trägt den Film alleine, weil man ihm seine Geschichte abnimmt. Sehenswert für Freunde des (Motor)Sports und alle, die intelligent gemachte Unterhaltung mögen.

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