
Der Vierer
Deutschland 2024, Laufzeit: 88 Min., FSK 12
Regie: Iván Sáinz-Pardo
Darsteller: Julia Koschitz, Florian David Fitz, Lucía Barrado, Friedrich Mücke
>> www.dervierer-film.de/
Unterhaltsame Beziehungskomödie
Gefühlschaos
„Der Vierer” von Iván Sáinz-Pardo
Diesmal ist es kein erfolgreiches französisches Original, das man den hiesigen Lebensbedingungen angepasst und mit nationalen Stars neu verfilmt hat. „Der Vierer“, das Langfilmdebüt des spanischen Filmemachers Iván Sáinz-Pardo, der bislang rund 20 Kurzfilme realisiert hat, ist das deutsche Remake eines spanischen Films. „Amor En Polvo“ entstand 2019 unter der Regie von Suso Imbernón und Juanjo Moscardó Rius, und war damals ebenfalls das Langfilmdebüt seiner Macher. Obwohl das Original eher durchwachsene Kritiken bekam und außerhalb Spaniens kaum gezeigt wurde, diente die Idee nun für eine Vorlage, die allein aufgrund des Starpotenzials von Florian David Fitz und Julia Koschitz in Deutschland zu einem weit größeren Erfolg werden dürfte. Dabei sind es gerade die spanischen Elemente, die auch „Der Vierer“ noch auszeichnen und im Gros der Beziehungskomödien zu etwas Besonderem machen. Das liegt nicht nur an der Nationalität des Regisseurs, mit Lucía Barrado ist auch ein Viertel der Hauptrollenbesetzung spanisch, und auch der Soundtrack besteht aus etlichen spanischen Songs, die das Tempo der turbulenten Ereignisse munter vorantreiben.
Paul (Florian David Fitz) und seine Ehefrau Sophie (Julia Koschitz) sind ganz schön aufgeregt. Ihr Sohn ist gerade in eine eigene Wohnung gezogen, und nun wollen die beiden mal was Neues, Aufregendes wagen. Sie haben sich mit zwei anderen zu einem erotischen Vierer verbredet. Kurz vorher erfährt Sophie allerdings erst, dass Andi dabei durch Lukas (Friedrich Mücke) ersetzt wurde. Sophie fühlt sich hintergangen, und es kommt zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen dem Ehepaar, die das zerrüttete Verhältnis der beiden offenbart. Währenddessen lernen sich Lukas und Mia (Lucía Barrado) bereits in der Kneipe kennen, wo sich alle vier auf den Abend einstimmen wollten. Während zwischen Paul und Sophie die Fetzen fliegen, beginnt es zwischen Lukas und Mia heftig zu knistern.
Die ersten Filmminuten von „Der Vierer“ lassen Böses ahnen, wenn sich die chaotischen Ereignisse in platter Slapstickmanier überschlagen und einen hohen Fremdschäm-Faktor mit sich bringen. Doch es dauert nicht lange, bis sich Iván Sáinz-Pardo eingegroovt hat und eine munter-beschwingte Beziehungskomödie in Gang setzt, die zwar nicht allzu tiefsinnig, dafür aber kurzweilig unterhält. Das liegt in erster Linie an der ausgesprochen guten Besetzung. Denn alle vier zentralen SchauspielerInnen gehen sichtlich in ihren Rollen auf und machen aus den karikaturhaften Figuren am Ende Menschen aus Fleisch und Blut, deren Probleme und Stimmungen man größtenteils nachvollziehen kann. Im weiteren Verlauf des Films, der aber durchweg flott und temporeich inszeniert ist, kommt es schließlich doch zu ernsteren Zwischentönen, die das Publikum anregen, über Routinen und fest gefahrene Verhaltensweisen in Beziehungen nachzudenken. So ist der Film am Ende sogar unterhaltsamer geworden als das spanische Original.
(Frank Brenner)

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