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Peter Reidegeld beherrscht das Mulittasking
Foto: Jörg Laumann

Unter Blues-Polizisten

24. Juni 2019

BoBiennale 2019: „Ruhr-Blues“ in Langendreer – Literatur 06/19

Peter Reidegeld ist überzeugter Ruhrgebietler und begeisterter Bluesmusiker. Beide Leidenschaften hat er in seinem bereits seit geraumer Zeit erhältlichen Kriminalroman „Ruhr-Blues“ zusammengeführt. Im Rahmen der BoBiennale brachte er am 22.6. Auszüge aus der spannenden Geschichte rund um den Musiker Freddy, dem eine wertvolle Gitarre gestohlen wird, als Open-Air-Lesung zu Gehör. Auf der Bühne der Buchhandlung Gimmerthal an der Alten Bahnhofstraße in Langendreer ging es dabei auch musikalisch zu: Mit Gitarre und Mundharmonika sorgte der Autor selbst für den Soundtrack zur Lesung und zeigte gleich beim Eröffnungssong „Key to the Highway“, einem Standard aus den 40er-Jahren, der unter anderem durch Eric Clapton größere Bekanntheit erlangt hat, dass er auch kompetent die Rolle des Blues-Sängers ausfüllen kann.

Anschließend spielte beim vorgelesenen „Ruhr-Blues“ zunächst Bochum die Hauptrolle – genauer gesagt das Kulturcafé auf dem Campus der Ruhr Universität als Schauplatz einer Blues-Session, bei der Freddy auf den eigentlich befreundeten Musiker Ulli einschlägt, den er des Gitarrendiebstahls verdächtigt. Der auch als Amateur-Schauspieler aktive Reidegeld füllte die unterschiedlichen Figuren durch die entsprechenden Stimmen mit Leben und gab auch erklärende Einblicke in die Welt der Blues-Sessions, unter anderem die besondere Rolle des „Blues-Polizisten“, der das musikalische Geschehen immer wieder ordnen muss. Weiter führte die vom Autor präsentierte Handlung ins Krankenhaus, wo Freddy seinem Opfer einen Versöhnungsbesuch abstatten will. Doch nicht von ungefähr ist „Ruhr-Blues“ ein Krimi, denn die Hauptfigur gerät unter Mordverdacht, als Ulli tot im Hospitalbett aufgefunden wird.

Nachdem Reidegeld in Langendreer den von Jimi Hendrix populär gemachten Song „Hey Joe“ gespielt hatte, fragte er in Richtung von Veranstalterin Beatrix Schulte-Gimmerthal: „Kann ich noch eine Verfolgungsjagd vorlesen?“ Dank großzügig bemessenem Zeitfenster durfte das Publikum noch den mit viel Situationskomik versehenen Showdown in Gelsenkirchen miterleben, bei dem Fans eines königsblauen Fußballvereins und auch zwei Bochumer Polizisten mit eigener TV-Serie eine nicht ganz unerhebliche Rolle spielen. Das Ende seines Romans verriet Peter Reidegeld auf der Bühne nicht, rief aber zumindest einen Teil der Auflösung ins Publikum: „Freddy ist natürlich nicht der Mörder!“ Zum Ausklang am Samstagmittag gab es dann noch Passendes von Bob Dylan: „It’s All Over Now, Baby Blue“.

Jörg Laumann

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