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Dr. Stephan Holthoff-Pförtner wird als „Bürger des Ruhrgebiets“ geehrt.
Foto: Land NRW / R. Sondermann

Wer hat, dem wird gegeben

31. Januar 2019

„Bürger des Ruhrgebiets“ – eine Auszeichnung, die so niemand braucht. – Nachgefragt 02/19

Der Verein „pro Ruhrgebiet“ hat es schon wieder getan: Er hat gleich zwei sogenannte „Bürger des Ruhrgebiets“ mit der gleichnamigen traditionsreichen Ehrenauszeichnung – so beschreibt er den Titel selbst – prämiert. „Geehrt und gefeiert“ werden beide am 25. Februar in Dortmund. Wer sie sind? Der eine ist Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, aktuell Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales im Kabinett von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Mitgesellschafter der Funke-Mediengruppe. Der 70-Jährige wird für seine Verdienste als Vorsitzender des „Politischen Forums Ruhr“ ausgezeichnet. Der andere ist Michael ten Hompel, Inhaber des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen an der Universität Dortmund und geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Der 60-Jährige wurde durch eine öffentliche Ausschreibung zum Thema „Genial digital: Wer ist im Ruhrgebiet ganz vorn mit dabei im Prozess der digitalen Transformation?“ bestimmt.

Die Jury unter Vorsitz von Holthoff-Pförtners Kabinettkollegen Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister im NRW-Landeskabinett, habe sich für ten Hompel entschieden, einen „Spitzenforscher mit Weltruf, einer der Wegbereiter des Internet der Dinge, Erfinder der Shuttletechnologie in der Intralogistik, unternehmerischer Wissenschaftler mit Leib und Seele“, so der Verein. Seine Praxisprojekte habe er stets fest im Blick. Mit ihm und Holthoff-Pförtner würden gleich zwei Persönlichkeiten geehrt, „die die Metropole Ruhr an ihren Stärken messen und sich gleichzeitig ihren großen Herausforderungen stellen, die durch ihr Wirken die Zukunftsfähigkeit der Region vorantreiben und ihr überregionale Strahlkraft verleihen“. Dabei setzten sie konsequent auf den Vorteil durch regionale Synergien. Beide reihen sich ein in eine honorige Runde bisheriger Preisträger:Ruhrbischof Franz Kardinal Hengsbach (1987), Ministerpräsident a.D. Dr. Johannes Rau (1993), Mediziner Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (2000), Prof. Dr. Norbert Lammert (2010), RAG-Stiftungschef Dr. Werner Müller, (2013), Alfried-Krupp-Stiftungschefin Prof. Dr. Ursula Gather, Urlaubsguru.de-Gründer Daniel Krahn und Daniel Marx (2016), Getränke-UnternehmerHermann Hövelmannund KulturexperteOliver Scheytt (2017),Ökonom Oliver Hermes, Musikmanager Franz Xaver Ohnesorg und Schausteller-Funktionär Albert Ritter.

Pascal Hesse
Foto: Stefanie Lawrenz
​Pascal Hesse, investigativer Journalist für trailer, engels, choices, FOCUS und [recherche|kollektiv].
Er ist im Vorstand DJV NRW.

'Nachgefragt: Der Weg des Geldes' ist seine Kolumne

Dass der Verein, in dem sichetwa 300 Firmen und Personen aus der Region zusammengeschlossen haben, vornehmlich jene ehrt, die alles haben und in ihrem Leben bereits mit Auszeichnungen überhäuft wurden, ja das ist sehr schade. Denn die wirklichen „Bürger des Ruhrgebiets“ sind die Helden des Alltags: freiwillige Helferinnen und Helfer im Rettungsdienst, die jeden Tag aufs neue Menschenleben retten. Es sind ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, die mit 1:1-Deutschtraining und Integrationsprojekten auf Stadtteilebene wirken. Es sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege, die für Hungerlöhne arbeiten, jedoch einfach Gutes tun wollen. Es sind Berater in der Suchthilfe, Menschen, die ein Ohr haben am anderen Ende der Leitung der Telefonseelsorge, es sind junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die sich stark machen gegen Rassismus und für eine plurale Gesellschaft, in der egal ist, welche Hautfarbe, Religion oder Herkunft jemand hat. Und es sind Menschen mit Handicap, die trotzdem oder gerade deshalb Gutes tun für andere, denen es schlechter geht als ihnen. Diese wahren„Bürger des Ruhrgebiets“ gilt es als Vorbilder zu ehren – und nicht die, die schon alles haben.


Rückblick: Nachgehakt – Guter Journalismus kostet Geld

Medienkonzentration bedeutet immer ein Weniger an Meinungsfreudigkeit. Denn wenn Medienhäuser und Zeitungen kooperieren oder sich gar zusammenschließen, dann hat dies in der Vergangenheit fast immer zu Einbußen in der Meinungsvielfalt geführt. Nun fusionieren erneut zwei Zeitungen in NRW: Westfälische Nachrichten und das Westfalen-Blatt. Die Unternehmensgruppe Aschendorff aus Münster (Westfälische Nachrichten, Münstersche Zeitung) und das Bielefelder Westfalen-Blatt (bisher:Busse-Holding) gehen in der gemeinsamen Westfälischen Medien Holding AG auf. In der Holding wird das Tageszeitungs-, Anzeigenblatt-, Druckerei-, Rundfunk- und Reisebürogeschäft beider Unternehmen gebündelt. 2014 hatte Aschendorff bereits den lokalen Mitbewerber Münstersche Zeitung vom Dortmunder Medienhaus Lensing übernommen.

PASCAL HESSE

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