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Videostill aus dem Film aus dem Film „Pumzi“, 2009 von Wanuri Kahiu
Bild: © Mark Wessels

Dunkle Ahnungen

24. November 2016

„Die Welt ohne uns“ im Dortmunder U – Ruhrkunst 12/16

Fürchtet Euch nicht vor dem Post-Anthropozän. Ihr werdet keine Sorgen mehr haben, denn es wird Euch gar nicht mehr geben. Hör ich da verlegenes Gekicher? Das Anthropozän hat bereits begonnen, mit Beginn des neuen Jahrtausends, und in rund 1000 Jahren – so schätzt auch Physiker Stephen Hawking die Zeiträume ein – sei der Planet dann unbewohnbar. Unerwartet schnell wird die Kugel wieder eine grüne Erde sein – natürlich nur für künstliche Intelligenzen (KI).

In der Ausstellung „Die Welt ohne uns“ im Dortmunder Hartware MedienKunstVerein (HMKV) zeigen 17 Künstler, wie es aussehen würde, wenn es so etwas wie eine Matrix tatsächlich einmal gäbe ohne diese halbintelligente biologische Komponente. Schön wird sie sein und geheimnisvoll, und sie wäre nicht einmal nur programmiert, sondern „richtige“ Realität. Mit sphärischen Klängen zeigt der belgische Videokünstler David Claerbout im Dortmunder U mit „Travel“ (1996-2013) eine Reise in einen animierten verzauberten Wald mit riesigen Bäumen, verträumten Seen und einem spannenden Licht und Schattenspiel. Wenn die Kamera nach einer Viertelstunde den illusionären Wald wieder verlässt und aus der Höhe die Landschaft zeigt, so waren da zwischen den Feldern nur ein paar Bäume, der Wald fand nur in einem Kopf statt.

Ganz anders Pinar Yoldas. In „The Kitty AI, Artificial Intelligence for Governance“ (2016). Hier spricht die 3D-Animation einer Katze über ihre Arbeit als Stadt-Regierung in 2039. Ganz anders auch Kenias erster Science-Fiction-Film „Pumzi“ (2009). Hier sucht eine junge Wissenschaftlerin in Afrika 35 Jahre nach dem „Wasserkrieg“ in einer post-apokalyptischen Wüste nach Spuren von Leben. Der Film konterkariert ein wenig den Ausstellungstitel, aber Mad Max überlebt ja irgendwie immer. Doch wir Menschen bleiben für Mutter Erde unwichtig, Natur bleibt, selbst ohne künstliche Intelligenz. Das zeigen exotische Pflanzen in beleuchteten Vitrinen mit Namen, die nicht gerade geläufig sind.Oder kennen sie Lithops, eine Gattung sukkulenter Pflanzen aus der Familie der Mittagsblumengewächse, auch lebende Steine genannt? 

„Die Welt ohne uns“ | bis 5.3. | HMKV im Dortmunder U | 0231 496 64 20

PETER ORTMANN

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