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„Loro“ von Paolo Sorrentino zeigt das Italien Berlusconis
Foto: Gianni Fiorito / DCM

Diskursive Leinwand

27. September 2018

Kino als Raum und Kunstform am European Art Cinema Day – Kino 10/18

Am 14. Oktober erhalten mit dem European Art Cinema Day (EACD) diese Filme und alle, die sie ermöglichen – von den Filmemachern bis zu den Kinobetreibern, die sie zeigen – einen Feiertag. Denn sie sorgen dafür, dass das Kino so vielfältig bleibt, wie wir es kennen und sich nicht immer mehr einer Formatierung unterwirft. Der EACD will Strukturen auch in weniger stark entwickelten Kinoregionen  fördern und generell die Sichtbarkeit des europäischen Films stärken. Mehr als 4000 Leinwände in 36 Ländern sind beteiligt, 10 nationale Arthouse-Kinoverbände und 22 Filmfestivals.

Im Ruhrgebiet gibt es eine ganze Reihe traditionsreicher Arthauskinos, die sich seit Jahren und Jahrzehnten für den europäischen, aber auch den außereuropäischen Arthausfilm einsetzen. Allen voran die historische Lichtburg in Essen, die den größten Kinosaal in Deutschland beherbergt und seit Jahrzehnten Heimat für zahlreiche große Premieren ist. Bedingt durch die Größe laufen hier aber eher Mainstream-Filme. Kleineres Arthauskino ist hingegen in den anderen Kinos des Zusammenschluss‘ der Essener Filmkunsttheater zu finden – Astra Theater,  Luna, Eulenspiegel, Filmstudio Glückauf, Galerie Cinema, Rio und natürlich dem kleinen Saal der Lichtburg, dem Sabu. Auch in Bochum gibt es eine beeindruckende Zahl an Arthauskinos mit einem sorgfältig kuratierten Programm. Und auch hier gibt es einen formellen Zusammenschluss der Kinos. Zu ihnen zählen das Filmkunsttheater Casablanca mit drei Kinosälen, das Metropolis mit einem Saal und das Capitol mit fünf Sälen. Zum Zusammenschluss gehört außerdem die traditionsreiche Schauburg in Gelsenkirchen, deren einst riesiger Saal längst zu drei zeitgemäßen Kinosälen umgebaut wurde. Auch das Union Filmtheater hat eine lange Tradition. 1950 eröffnete es mit einem riesigen, 1600 Plätze fassenden Saal, der durch die Kinokrise hindurch bis in die achtziger Jahre Stück für Stück in zehn Schachtelsäle zerteilt wurde. Aktuell beherbergt es sieben Kinosäle. Das Bochumer Endstation Kino im Bahnhof Langendreer wurde 1988 gegründet und spielt seither neben Neustarts aus dem Bereich Arthaus auch Repertoire.

Zwei ebenfalls alte Lichtspielhäuser in Dortmund machten vorher einen Wandel zum Filmkunsttheater durch: Das Roxy wurde 1979 nach einem Betreiberwechsel zum ersten Programmkino der Stadt, 1983 folgte das Camera. Während das Roxy vor acht Jahren erneut einen Betreiberwechsel erfuhr, ist das Camera seit 35 Jahren unter derselben Leitung. Das sweetSixteen in Dortmund ist schließlich das jüngste freie Kino der Stadt und wird als e.V. geführt. Nicht kommerzielle Interessen, sondern Filmvermittlung steht im Vordergrund. Das wird man auch am 14. Oktober feststellen können: Das Kino präsentiert zum EACD gleich fünf Sonderaufführungen mit internationalen Filmen. Das älteste kommunale Kino der gesamten BRD ist das 1970 gegründete Filmforum Duisburg, das über die Jahre ein umfangreiches Filmarchiv aufgebaut hat. Auch das Filmforum Duisburg beteiligt sich mit zwei Vorführungen am EACD. Kino meint auch hier nicht nur Abspielort: Durch regelmäßige Filmgespräche ist das Filmforum wie auch die anderen Arthauskinos im „Pott“ ein diskursiver Ort für Film.

European Art Cinema Day 2018 | 14.10. | artcinemaday.org

Christian Meyer-Pröpstl

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