Sauber, leise, spritzig - und abschreckend im Preis? Wer künftig auf störenden Motorenlärm oder lästige Abgase verzichten will und aus ökologischem Interesse über die Anschaffung eines Elektroautos nachdenkt, muss für den tieferen Griff in den Geldbeutel bereit sein: Denn derzeit sind die modernen - und als Familienkutschen nicht geeigneten - Stromer noch um gleich mehrere Tausend Euro teurer als herkömmliche Kleinwagen. „Wer dennoch in die saubere Mobilität einsteigen will, kann aber mit cleveren Modellen sparen“, betont Experte Stefan Prott, geschäftsführender Gesellschafter des RDN Verlages aus Recklinghausen. Bedenkenträger weisen gerne darauf hin, dass sich neben anderen Problemen bei der Berechnung der tatsächlichen Betriebskosten von Elektroautos vor allem der Restwert als größte Unbekannte herauskristallisiert. „Niemand weiß heute genau, welchen Preis ein E-Mobil vom Jahrgang 2011 zum Beispiel in vier Jahren noch erzielen kann. Deshalb sollte man nicht in blindem Vertrauen auf den Fortschritt kaufen, sondern besser leasen oder mieten“, sagt der 46-Jährige Prott, der Herausgeber des neuen NRW-Magazins „e:Motion“ ist, das mit einer stattlichen Auflage von 200.000 Exemplaren an den Start geht.
Wer in die saubere Mobilität einsteigen will, kann mit cleveren Modellen sparen
Sämtliche Experten sind sich einig, dass Elektromotoren als Antriebseinheiten die Mobilität der Zukunft sicherstellen. Allerdings sollte man sich bei den Risiken absichern. So gelten Leasing, ein Mietmodell oder eine Garantieverlängerung als Pflicht - sonst wird aus dem vermeintlich himmlischen Vergnügen schnell ein unkalkulierbares Abenteuer. „Wer viel fährt und bereit ist, zugunsten der Umwelt auf überflüssigen Schnickschnack im Auto zu verzichten, der kann durchaus jetzt über einen flüsterleisen Stromer als Alternative zum Pkw der Mittelklasse nachdenken“, sagt Stefan Prott, dessen Agentur auch die Mercedes-Fahrzeugwerke LUEG AG mit zahlreichen Standorten im Ruhrgebiet betreut. Beispielsweise verkauft Renault seine Fahrzeuge der ZE-Familie ohne Batterie - diese wird separat gemietet, bei Bedarf getauscht und macht so keine (kostspieligen) Sorgen. Die französischen Hersteller-Kollegen von Peugeot bieten den „iOn“ nur als Fullservice-Leasing mit einer Komplettrate von 500 Euro an. Mitsubishi (i-MiEV) und Nissan (Leaf) wiederum schützen Käufer vor bösen Überraschungen und geben auf die Batterie eine Garantie von fünf oder acht Jahren. Ab 2012 soll der erste Smart ForTwo des Daimler-Konzerns mit Lithium-Ionen-Batterie in Großserie vom Band laufen. Bei den Gesamtkosten punkten E-Mobile eindeutig durch den günstigen Verbrauch: Je nach Modell und Stromtarif kostet das „Volltanken“ rund 2 Euro und reicht für 100 Kilometer. Bei einer Laufleistung von 20.000 km pro Jahr macht die Ersparnis rund 100 Euro pro Monat aus.
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