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Wasserstoffautorennen an der Zeche Ewald in Herne
Foto: Sven Siebenmorgen

"Otto und Elektro"

25. August 2011

Hybridfahrzeuge lassen sich mittlerweile gut verkaufen - Thema 09/11 Elektromobilität

Eines findet Mike Lamers immer wieder überraschend: „Die Leute wissen fast nichts über Hybridautos. Manche glauben sogar, sie fahren mit Gas oder mit Wasserstoff“, erzählt er. Dabei ist der Leiter des Bochumer Toyota-Centers oft unterwegs zu Ausstellungen, stellt die Hybridautos vor, erklärt wie sie funktionieren und wie man damit fährt: „Viele haben Angst, ständig umschalten zu müssen zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor. Aber das geschieht automatisch. Die stufenlose Automatik sorgt dafür, dass der Antrieb immer optimal ist. Ob gerade der Elektromotor oder der Verbrennungsmotor läuft, merkt man nicht einmal, außer daran, dass der E-Motor noch leiser ist.“

Seit zehn Jahren verkauft Lamers Autos mit der Hybridtechnologie, die Toyota 2001 als erster Autohersteller auf den europäischen Markt brachte. Damals war es nicht einfach für ihn, seine Kunden für die neuen Wagen zu begeistern: „Die erste Generation des Hybridwagens Prius war vom Design her sehr am asiatischen Markt orientiert. Mit der zweiten Generation änderte sich das und der Prius 3 war im Design ein riesiger Schritt nach vorn, auch in der Leistung.“ Entsprechend stieg die Nachfrage nach den Hybridmodellen Prius und Auris: „Das stärkste Argument für viele Kunden ist der steigende Benzinpreis. Schließlich macht es einen großen Unterschied, ob ein Wagen mit 136 PS und konventionellem Motor rund zehn Liter im Schnitt verbraucht oder nur vier Liter wie die Hybridwagen.“ Beim Modell Auris, der wahlweise mit konventionellem Antrieb oder Hybridtechnologie angeboten wird, entscheiden sich mittlerweile dreißig Prozent von Lamers Kunden für die ökologische Variante. Was für Kunden das sind? „Anfangs vor allem solche, die ohnehin Automatikgetriebe wünschen. Die waren es gewohnt, dass sie dafür einen höheren Verbrauch in Kauf nehmen mussten und haben sich gefreut, dass sie mit der Hybridtechnik plötzlich weit weniger Benzin verbrauchen.“

Auf einem Markt bestehen, der sonst Status- und Prestigebedürfnisse bedient

Ein Elektromotor für den Stadtverkehr, ein Verbrennungsmotor für das sportliche Fahren, dazu intelligente Technik, die alles regelt, natürlich auch die Aufladung der Akkus durch den Verbrennungsmotor, auch beim Bremsen oder Bergabfahren: Das spart Geld, CO2-Emissionen und Ressourcen. Aber können sich solche Wagen auf einem Markt behaupten, auf dem SUVs für den Stadtverkehr und PS-starke Offroader für die Fahrt zum Supermarkt benutzt werden? Ein Markt also, der jenseits von Vernunft und Nachhaltigkeit Status- und Prestigebedürfnisse bedient? „Mittlerweile fragen auch Kunden nach Hybridautos, die selber aus der Autobranche kommen. Für Fachleute steht fest, dass diese Technologie die nächsten zwanzig Jahre bestimmen wird als wesentliche Brückentechnologie bis Elektroautos so gebaut werden, dass sie für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar werden.“

Dagmar Kann-Coomann

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