Braucht noch jemand was zum Schrottwichteln? Die Dortmunder Kolpingfamilie hätte da eineinhalb Tonnen Michael Wendler im Sortiment. Soviel wogen angeblich die 4.500 illegal in einem Altkleidercontainer der Kolpingfamilie „entsorgten“ CDs und DVDs des Barden. Mithilfe der „Aktion Wegwerfmusik“ auf Facebook sollte der Schlager-Schrott für den guten Zweck verhökert werden. Aber nicht mit dem Wendler! Der Schlagermichel – inzwischen wohnhaft in Florida, nix Zelt auf Westerland – dementierte diesen Verdacht mit einer Diebstahlmeldung und stoppte die Aktion vorläufig. Aber weil bald Weihnachten ist, gab er den Ramsch jetzt doch noch in einer noblen Geste als Spende frei. Er bat lediglich, die „echten Raritäten“ nicht für einen, sondern für mindestens zwei Euro zu verramschen. Danke, aber da fische ich mir dann doch lieber was aus dem Müll für meine Wichtelpflicht.
Billig und massenhaft produzierte Wegwerfartikel? Da sind wir direkt bei unserem Monatsthema, das sich unter dem Titel KINDERSEGEN mit Kinderarbeit beschäftigt. Antje Ruhmann von TERRE DES HOMMES erklärt, wie wir unseren Konsum ändern müssen, um Kinderarbeit und den damit verbundenen Kinderhandel weltweit zu ächten und nicht nur so zu tun.
Weitere Themenschwerpunkte behandeln wir in unseren Partnermedien choices (Kinderarmut, Interview mit Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband) & engels (Kindesmissbrauch).
Einen berühmten Heuchler inszeniert auch Hermann Schmidt-Rahmer mit Molières TARTUFFE am Schauspiel Bochum und schließt die Story mit heutigen Populisten wie Trump oder der AfD-Gang kurz. Wie viele Katastrophen unsere Zivilisation noch aushält, thematisiert Elfriede Jelinek mit „Kein Licht.“, das nicht zufällig im selben Jahr entstand, als sich der GAU von Fukushima ereignete. Was DANIEL KUNZE am Prinz-Regent-Theater daraus machen wird, verrät er vorab im Interview.
Kein Unfall sondern eine der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts sind die Verbrechen des NS-Regimes. Die unaufgeregte, umfangreiche und wichtige Schau ARTIGE KUNST in der Bochumer Situation Kunst setzt sich in kritisch-analytischer Weise mit der noch immer nicht aufgearbeiteten Facette der Kulturpolitik des Nationalsozialismus auseinander. Eine kritische Hinterfragung der gegenwärtigen Wirklichkeit bildet auch die Schau FOTOREALISMUS. 50 JAHRE HYPERREALISTISCHE MALEREI im Osthaus Museum Hagen ab. Der Kämpferin NIKI DE SAINT PHALLE und ihren Frauenbildern widmet sich das Museum Ostwall im Dortmunder U. Mit der Kuratorin Regina Selter sprechen wir über das Gesamtwerk der Künstlerin zwischen Pop Art, Fluxus und ein bisschen Dada.
Kunstvoll narrativ verschachtelt ist unser Film des Monats NOCTURNAL ANIMALS von Tom Ford, in dem Jake Gyllenhaal mit einem breiten, emotionalen Spektrum in einer Doppelrolle glänzt. Mit JESSICA SCHWARZ sprechen wir über ihre aktuelle Rolle in „Die Hände meiner Mutter“ und das schwierige Thema Kindesmissbrauch, der im Film von der Mutter ausgeht. Zum Abschluss noch ein Rückblick auf das Kinofest Lünen, das vom 13.-16.11. stattfand.
Ich hätte da übrigens auch noch ein wenig Elektroschrott und Altpapier, die ich großzügig spenden würde. Interesse?
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Arbeit schläft nie. Auch ihre Jünger nicht – Glosse
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Die kleinen Erfolge feiern
Brookln Dekker in Bochum – Musik 05/26
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Holgers letzte Worte – 05/26
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Teil 1: Leitartikel – CDU und SPD wenden sich gemeinsam gegen arbeitende Menschen
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Regisseur Markus Schleinzer über „Rose“ – Gespräch zum Film 05/26
„Kunst kann helfen, auf die Welt zu reagieren“
Intendant Olaf Kröck über die Ruhrfestspiele Recklinghausen 2026 – Premiere 05/26
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Kuratorin Meta Marina Beek über „Die Kids sind nicht Alright!“ im Bochumer MUT – Sammlung 05/26
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Pianist Olli Mustonen im VdH-Museum und in der Historischen Stadthalle – Musik 04/26
Meeresbewohner zum Anfassen
„Zusammenstecken und Entdecken: Meerestiere“ von Abigail Wheatley – Vorlesung 04/26
Der Plan des Bösen
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