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Axel Hütte, Museo Archeologico, Venedig, 1985-87
© Axel Hütte, courtesy Josef Albers Museum Bottrop

Struktur in der Landschaft

26. Oktober 2017

Axel Hütte in Bottrop und Düsseldorf – Ruhrkunst 11/17

Gut, dass Axel Hüttes fotografisches Werk derzeit gleich mit zwei Museumsausstellungen gewürdigt wird! Sehr gut, dass die Ausstellungen klar getrennt sind: Das Quadrat Bottrop stellt das Frühwerk vor, mit dem sich Hütte als Hauptvertreter der Becher-Klasse an der Kunstakademie Düsseldorf etabliert hat. Und das Museum Kunstpalast in Düsseldorf zeigt die Bilder mit sozusagen eingefrorenen Landschaftsausschnitten, die heute als Hüttes Markenzeichen gelten.

Im Frühwerk arbeitet Hütte noch in deutlichen Bildserien. Seine damaligen Sujets sind Porträts, Architekturen sowie italienische Landschaften, die durch Architekturfragmente hinterfragt werden. Später nimmt Hütte seine Bilder primär als Einzelne auf, als Konzentrate ausgiebiger Beobachtung und des Wartens auf das richtige Licht. Anfänglich ist der Landschaftsraum entleert. Später lässt er die Fülle umso mehr zu und provoziert so bisweilen Unklarheiten, etwa bei Wasserspieglungen und nebelverhangener Witterung. Zwar sind die Landschaften nun nach ihren Entstehungsorten betitelt, die sich überall auf der Welt befinden können, und es geht ihm um spezifische Temperierungen und Strukturen. Aber in ihrer atmosphärischen Verdichtung schafft er geheimnisvoll wirkende, tatsächlich oft schwer zugängliche und ferne Orte.

Axel Hütte (geb. 1951 in Essen) gehört zur ersten Studenten-Generation von Bernd und Hilla Becher, die unter dem Terminus „Neue Düsseldorfer Fotoschule“ zusammengefasst wird. Indes sind die herausragenden Fotokünstler Individualisten. Gemeinsam ist den meisten von ihnen die Hinwendung zu einem einzigen Sujet, das im Bildfeld von allen Störfaktoren befreit ist und meist auf Menschen verzichtet. Damit verbunden ist eine große Sachlichkeit der Aufnahme. Bei Axel Hütte sind die Szenerien etwas anders. Sie spielen mit Brillanz, außergewöhnlicher Farbigkeit und damit, dass sich der Vordergrund üppig schließt und die Bildtiefe relativiert. Bei Hütte ist die Landschaft wirklich abgeschieden; die Zeit scheint stillzustehen. Das war schon in den frühen Bildern der Fall und ist es nun erst recht.

Axel Hütte | bis 7.1. im Josef Albers Museum. Quadrat Bottrop | bis 14.1. im Museum Kunstpalast Düsseldorf | www.bottrop.de/mq/ bzw. www.smkp.de

THOMAS HIRSCH

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