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Liberty Fergus und Kaining Dong in „Radio and Juliet“
Foto: Leszek Januszewki

Der Tod am Anfang

18. Mai 2026

„Radio and Juliet“ am Theater Dortmund – Tanz an der Ruhr 05/26

Vor über 20 Jahren brachte der Choreograf Edward Clug am Slowenischen Nationalballett in Maribor eine ungewöhnliche Shakespeare-Adaption auf die Bühne. In seiner Ballettfassung von „Romeo und Julia“ erwacht Julia nicht zum Ende, sondern schon zu Beginn neben dem leblosen Romeo. Ihre unerfüllte Liebe kommt zudem im Tanz zu Songs der Band Radiohead zum Ausdruck.

Mit „Radio and Juliet“ erlangte der im rumänischen Beius geborene Clug internationale Aufmerksamkeit. Zu sehen war das Stück u.a. in den USA und der Ukraine, in Singapur, Brasilien, Korea, Kanada und Russland. Jetzt choreografiert Clug „Radio and Juliet“ mit Unterstützung vom NRW Juniorballett am Dortmunder Ballett, wo er seit dieser Spielzeit gemeinsam mit Choreografin Annabelle Lopez Ochoa als Residenzkünstler tätig ist. Vor knapp drei Jahren demonstrierte Clug bereits am Dortmunder Opernhaus, dass er verstaubte Vorlagen mit Witz und Atmosphäre aufpolieren kann.

Seine Inszenierung von Henrik Ibsens „Peer Gynt“ bebilderte die Identitätssuche eines Antihelden mit opulenten Schauwerten, die an Fantasy-Blockbuster und -Serien erinnerten. „Radio and Juliet“ kommt dagegen mit einem minimalistischen Kostüm- und Bühnenbild aus und fokussiert sich so auf Julias Leere und Verzweiflung nach dem Verlust. Gefühle wie diese finden sich auch in den Songs von Radiohead – die musikalische Begleitung liegt also nicht so fern, wie man vermuten könnte. In ihrem Hit „Creep“ heißt es etwa: „When you were here before / Couldn‘t look you in the eye / You‘re just like an angel / Your skin makes me cry“

Radio and Juliet | Sa 30.5. 19.30 Uhr (Einführung ab 18.45 Uhr) | Ballett Dortmund | www.theaterdo.de

Benjamin Trilling

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