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Fotos: Irma Flesch

„Integration geschieht prozesshaft“

27. Juni 2013

Guntram Schneider über reiche und arme Zuwanderer aus EU-Staaten – Thema 07/13 Willkommen

trailer: Herr Schneider, welche neuen Probleme entstehen durch die Freizügigkeit in der Europäischen Union?
Guntram Schneider:
Zunächst hat die Freizügigkeit in der EU Vorteile. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können innerhalb Europas ihren Arbeitsplatz frei wählen. Einwanderung ist grundsätzlich zu begrüßen. Wir bekommen so auch hochqualifizierte Menschen, die der Wirtschaft hier zugutekommen. Teilweise kommen aber auch Menschen mit wenig Bildung zu uns, teilweise Analphabeten, die auf dem Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen können. Besonders wir in NRW sind mit der Armutszuwanderung aus Ländern aus Südosteuropa konfrontiert. Das ist natürlich eine integrationspolitische Herausforderung.

Und diese Integration kann glücken?

Guntram Schneider
Foto: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW, Ralph Sondermann


Guntram Schneider (61) ist Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW.

Natürlich. Viele dieser Menschen leben nach dem auch uns bekannten Prinzip „Unsere Kinder sollen es mal besser haben“ und sind bereit, Qualifizierungsmaßnahmen zu durchlaufen, um dann eine entsprechende Arbeitsstelle zu bekommen.

Im Dortmunder Norden klappt das aber nicht.
Die Situation dort ist etwa ein Jahr alt. Integration geschieht prozesshaft. Wie lange hat die Integration der Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten gedauert? So etwas kann man nicht in einem Jahr bewerkstelligen.

Was macht die Landesregierung?
Wir bemühen uns nach Kräften, die Städte, in denen besonders viel Zuwanderung zu verzeichnen ist, also unter anderem Duisburg, Dortmund, Köln, Hamm und Hagen, zu unterstützen.

Es gibt aber inzwischen auch Zuwanderer aus Südeuropa, die unserem Land unmittelbar nutzen.
Über diese Zuwanderer, über die Akademiker und Gutgebildeten redet niemand. Es geht in der öffentlichen Diskussion doch oft eher um soziale als um kulturelle Integration. Jeden Tag ist zu hören von Parallelgesellschaften, die verhindert werden müssen. In Düsseldorf gibt es eine japanische Gruppe von 7.000 Menschen. Diese Menschen sprechen japanisch, kochen japanisch, haben vergleichsweise wenig Kontakt zu anderen Düsseldorfern. Trotzdem sind sie akzeptiert. Auch der persische Teppichhändler war schon immer akzeptiert.

InTErvIEw: LUTZ DEBUS

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