
The Last Stand
USA 2013, Laufzeit: 107 Min., FSK 16
Regie: Kim Jee-woon
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Jaimie Alexander, Peter Stormare, Forest Whitaker, Johnny Knoxville
>> www.laststand-film.de
Actionreicher Neo-Western
Arnold Eastwood
„The Last Stand“ von Kim Jee-woon
Eigentlich will es der gealterte Sheriff Ray Owens (Arnold Schwarzenegger) für den Rest seiner Dienstzeit ruhig angehen lassen, mit einem Bier auf der Veranda. Seine friedfertige Stadt Sommerton bietet dafür die perfekte Kulisse. Bis der Ort nahe der mexikanischen Grenze zum Knotenpunkt einer spektakulären Flucht wird: Drogenboss Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) schießt sich den Weg frei und will nach Mexiko übersetzen, seine Lakaien unter der Führung des skrupellosen Burrell (Peter Stormare) treffen am Stadtrand die nötigen Vorbereitungen. Agent John Bannister vom FBI (Forest Whitaker) ist den Schurken bereits auf den Fersen, doch schon bald zeigt sich: Ohne Ray Owens geht hier nichts. Der versammelt eine Handvoll Freiwillige um sich (u.a. Jaimi Alexander, Johnny Knoxville) und bereitet der schwerbewaffneten Horde einen bleihaltigen Empfang.
Ganz Köln war aus dem Häuschen, als Arnold Schwarzenegger sein Leinwand-Comeback in der Domstadt feierte. Deutschland, sagt er auf der dortigen Pressekonferenz, sei schließlich schon immer eine wichtige Fanbase für seine Filme und seinen Kultstatus gewesen. Inwiefern Schwarzenegger mit diesem Film neue Fans akquiriert, muss sich zeigen. „Conan“, „Terminator“, „Red Heat“ - der Österreicher brillierte in seiner Karriere vor allem als wortkarges Muskelpaket, war, anders als etwa Sylvester Stallone, immer eher Typ als Schauspieler. Entsprechend plump und ungelenk fällt dann auch hier der Versuch aus, seiner Rolle einen charmant tiefgründigen Clint-Eastwood-Touch zu verleihen: Ein alter, erfahrener Sheriff, der stoisch gelassen und grüßend durch seine Ortschaft spaziert, der sich aber auch besorgt und verantwortungsbewusst zeigt und, wenn es drauf ankommt, kampferprobter Haudegen ist. Schwarzenegger ist damit mal überzeugend, mal ist er damit überforderte Witzfigur. So wie eigentlich immer, nur fehlt ihm in diesem Falle der Wille zur Selbstironie. Ansonsten liefert der südkoreanische Regisseur Kim Jee-woon („I saw the devil“, „The Good, the Bad, the Weird“) einen durchschnittlichen, souverän inszenierten, kurzweiligen Neo-Western, in dem krachende Action, knackige Sprüche, hanebüchene Dramaturgie, Schurken, Clowns und Helden aufeinander prallen.
(Hartmut Ernst)

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