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Stromberg - Der Film

Stromberg – Der Film
Deutschland 2014, Laufzeit: 118 Min., FSK 12
Regie: Arne Feldhusen
Darsteller: Christoph Maria Herbst, Bjarne Mädel, Milena Dreißig, Oliver Wnuk, Diana Staehly, Tatjana Alexander
>> www.stromberg-der-film.de/

Meine Meinung zu diesem Film

Laß das mal den Papa machen!
Matt513 (231), 19.03.2014

Strombergs Sprung auf die Leinwand verwirrt den Fan der Serie anfangs ein wenig. Statt im gewohnten Grau der Capitol steht das selbsternannte Alphatier in einem lichtdurchfluteten Atrium und schwadroniert (wieder mal) über seine berufliche Neuorientierung. Wie es dazu kam, davon handelt der Film.

Aus der miefigen Enge des Großraumbüros begibt sich Leithammel und Herde, die Schadensregulierung M-Z, ins Landhotel nach Botzendorf, wohin die Capitol zum Firmenjubiläum eingeladen hat. Der Film nimmt einige Nebengeschichten aus den Staffeln auf; so haben Tanja und Ulf mangels anderer Möglichkeit mittlerweile ein Adoptivkind, NB: welches in Sachen Aussehen und Sozialkompetenz ein direkter Nachfahre von Dicki Hoppenstedt zu sein scheint. Auch Strombergs Techtelmechtel mit Kollegin „Schirmchen“ geht in die nächste Runde. Der durchgeknallte Azubi hingegen kommt zu spät und rennt dem anfahrenden Reisebus nur noch hinterher.

Das Karussell der Verbal- und Situationskomik nimmt angenehm gemessen an Fahrt auf. Autor Husmann hat es nicht eilig und setzt Zutaten wie Stand-in Interview oder die voyeurhafte Kamera wieder ein, so entstehen keine Stilbrüche. Die Regie erreicht einmal mehr das aus der Serie bekannte Qualitätsniveau und bis zum Festakt am Abend hat man sich schon weidlich gekugelt vor Lachen. Dann fällt der Film für mich etwas ab. Die Stärke der Serie war stets die Präzision der Charakterstudie, der hohe Realitätsbezug der einzelnen Figuren. In ihnen erkannten viele Zuschauer ihre eigenen typisierten Kollegen wieder. Schon in der letzten Staffel 5 wurde dies nicht mehr ganz so konsequent durchgehalten; mitunter waren Strombergs Freßfeinde plötzlich fehleranfällig und eröffneten ihm so unverhofft Raum zur Selbstprofilierung. Dies hat Husmann nun im Film fortgesetzt. Schade wie ich meine, denn gegen eine integere Umgebung hob sich Strombergs Erbärmlichkeit natürlich viel schärfer ab; wurde er dort vorgeführt, kam auch die Schadenfreude des Zuschauers nicht zu kurz. Aber man hat sich eben so entschieden.

In Sachen Auflösungserscheinungen tut es der Film dem Abend im Festsaal gleich, während die Vorstandsebene erstmal gepflegt in den Puff geht. Nach einer grandiosen Schlacht am Buffet gerät die Handlung immer mehr aus den Fugen, unterhaltsam zwar, aber immer unglaubwürdiger. Ekel Stromberg als Ikone – selbst noch in der Fiktion ein ganz schöner Spagat. Der Blick kehrt dahin zurück, wo der Film begann. Und sollte es Absicht gewesen sein darzustellen, daß intrigante, sozial inkompatible Berufsversager genau dort reüssieren, dann muß ich sagen – Chapeau Herr Husmann, gut getroffen!

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