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Sommer vorm Balkon

Sommer vorm Balkon
Deutschland 2005, Laufzeit: 110 Min., FSK 12
Regie: Andreas Dresen
Darsteller: Nadja Uhl, Inka Friedrich, Andreas Schmidt, Stefanie Schönfeld

Meine Meinung zu diesem Film

Das Prekariat lebt
Kinokeule (541), 13.11.2008

Der Film zeigt das Alltagsleben in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Erstaunlich, dass es so wenige Filme zu diesem Thema ins Kino schaffen. Auch dieser Film kommt als Komödie daher, um es den Zuschauern etwas einfacher zu machen, bzw. nicht gänzlich an der Kasse zu scheitern.

Trotz allerlei Klamauks strahlt der Film dabei eine glänzende Unmittelbarkeit aus. Die Würde bleibt hier auch im Scheitern bewahrt und der Blick auf die Damen ist immer von Sympathie gelenkt.

Männer kommen kaum vor. Und wenn als sabbernde Opis oder lächerliche Machos. Das empfand ich als etwas ärgerlich, führte aber wohl zum großen Zuspruch des Films in der Damenwelt.

Sommer !!!
isilisi (4), 24.03.2007

Ich kenne definitiv keinen Film, der meine Vorfreude auf den Sommer so anheizt wie Sommer vorm Balkon. Er erzählt viele kleine Geschichten aus dem Alltag, ist dabei teils melancholisch, teils tragisch aber auf jeden Fall durch Situationskomik ein absoluter gute-Laune-Film!
Der Soundtrack passt ausnahmslos gut und rundet die vielen schönen Bilder perfekt ab!

Definitiv einer der besten deutschen Filme überhaupt!

niedlich
Marylou (161), 20.03.2007

ein nettes, unterhaltsames filmchen haben wir hier, perfekt für einen mädelabend bei schlechtem wetter.

aber neues präsentiert mir der film nicht.
gestresste geschiedene mutter und hübsche altenpflegerin mit faible für machoidioten schnacken aufm balkon. zwei frauenschicksale, wie sie überall zu finden sind.

mama ist überfordert, freundin nicht mehr available (war ja klar) und läßt - wie blöde ist sie denn? - den neuen stecher bei sich einziehen. nach mehr oder weniger hervorsehbarem tralala sitzen die zwei freundinnen wieder vereint aufm balkon. juche!

irgendwie werd ich das gefühl nicht los, das der herr regisseur seine handlung nach berlin verlegt hat, da er sich wohl im klaren war, das sein streifen niemanden vom hocker reisst. aber auch berlin haut es nicht raus, von der stadt sieht man so wenig, es könnte auch sonstwo sein.

allerdings haben mir die alten leutchen viel spaß gemacht. trotzdem, im kino hab ich nichts verpasst.

nett, aber ist mir zuviel klischee.

Mein Film des Jahres!
Bruce_Wayne (73), 22.02.2006

Jede Zeile sitzt, jede Pointe kommt zum richtigen Zeitpunkt und sitzt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ich wurde selten von einem so urdeutschen und authentischen Film so gut unterhalten.
Dass er am Ende "zerfasern" soll, habe ich nicht gesehen. Vielleicht kann sich nicht jedermann von der gewöhnlichen Spannungskurve lösen und ein "und so weiter ...", anstelle eines Endes akzeptieren.
Ist vielleicht schade, aber nicht für mich ... also, Freunde des Ordinären, geht lieber nochmal "Walk the Line" gucken.

Allen anderen sei dieser Streifen wärmstens empfohlen!

Menschen heute
Raspa (371), 28.01.2006

Durch Fontanes Berlin-Romane hat man eine Vorstellung davon, wie Menschen gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin lebten und sprachen.
Durch Filme wie diesen wird man irgendwann eine Vorstellung davon haben, wie Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Berlin lebten und sprachen.Oder auch noch tiefer im Osten, wenn man an "Halbe Treppe" zurückdenkt. Für dieses Festhalten vergänglicher Zeitbilder gebührt Andreas Dresen höchste Anerkennung. Hoffentlich kann er weiter an seinem Panorama deutscher Gegenwart arbeiten.

Sehenswert
Vanita (49), 27.01.2006

"Sommer vorm Balkon" ist zwar nicht mein neuer Lieblingsfilm, und er hat ein paar Längen - aber er ist doch sehens- und empfehlenswert. Denn er ist unterhaltsam, erfrischend und interessant. Mutig, so einen Erzählfilm gegen die großen Blockbuster zu setzen, und gut umgesetzt. Die Sprüche, die die beiden Frauen von sich geben, sind große Klasse und wirken doch nicht unecht. Man kann hier belächeln, sich wundern und mitfühlen. Und was mich am ach so realitätsnahen Film "Das weiße Rauschen" stört, nämlich dass es trivial und egal wird, passiert hier nicht.

Menschen statt Pixel
otello7788 (554), 19.01.2006

Bei diesem Film bin ich in die Erwartungsfalle getappt. Mit all den Vorschußlorbeeren konnte der Besuch nur enttäuschend werden. Natürlich war es nicht DER deutsche Film des Jahres und auch Taschentücher sind hier überflüssig. Ich bin zugegebenermassen etwas irritiert über den Hype, der wegen dieses Films zur Zeit stattfindet.

"Sommer vorm Balkon" ist bestimmt ein guter Film. Auch sehenswert, mit einigen sehr schönen Szenen. Aber das gab es im deutschen Film in den letzten Jahren doch häufig. Wie ist der Erfolg hier zu erklären? Aber vielleicht denke ich auch zu deutsch und sollte mich einfach freuen, daß die Menschen sich im Kino Menschen ansehen wollen und nicht nur Pixel.

www.das-positiv.de

Ick bin een Berlina
avelevin (20), 18.01.2006

zu allen positiven Bemerkungen zu diesem Film die ich in diesem Meinungsforum schon gelesen habe möchte ich nur noch hinzufügen das mir an diesem Film besonders der schön schnodderige Berliner Dialekt von Nadja Uhl und einigen anderen Darstellern gefallen hat.
Ich möchte behaupten das dieser Punkt nicht unwesentlich zu der tollen Atmosphäre die dieser Film ausstrahlt beiträgt.
Ich finde Sommer vorm Balkon ist ein sehr lustiger,
unterhaltsamer aber in vielen Momenten auch sehr zärtlicher Film den ich unbedingt empfehle.

Sehr unterhaltsam
ullg (8), 17.01.2006

Endlich mal wieder ein guter deutscher Film, dessen Ende nicht von vornherein schon abzusehen ist. Die Pointen sind nicht immer vorhersehbar und die dazwischen geschalteten Krisen durchaus nachvollziehbar. Wäre es ein Hollywood-Streifen gewesen, wäre alles anders gekommen, aber so endet der Film schließlich so, wie es auch in der Realität hätte enden können und dazwischen liegen Minuten voller Humor, aber auch mit einem Schuß Traurigkeit.

Danke.
curious (4), 15.01.2006

Na wer sagts denn- kommt doch mal endlich wieder ein Film daher, dem man freudig die fünf Sterne gönnt. Ein liebevoller Film über und mit Alt und Jung und vor allem denen dazwischen, die wiederum durch all die Fehler und Macken, die wir Menschlein nun mal haben, zwischen Höhenflug und Bauchlandung wechseln. Das alles schön pointiert, aber ohne Plattheiten oder Übertreibungen. Und mit Schauspielern, die's wirklich können und denen es offensichtlich auch Spass gemacht hat. Ein Film kriegt bei mir nur fünf Sterne, wenn ich mich und meine Mit- Erdenbürger auch drin wiederfinde, und wenn er mich berührt.
Der war's. Danke.

Summertime Blues
juggernaut (162), 04.01.2006

Der Mann hat ein phänomenales Gespür dafür, wie man Pointen mit dem richtigen Timing, vor allem wohl dosierten Kunstpausen, setzt. Kaum eine Szene gerät zu lang, und fast immer findet er den passenden Abschluss. Er hat außerdem einen Blick fürs Detail und ist in der Lage, glaubwürdig Stimmung und Atmosphäre zu kreieren. Großstadtflair hat der Teil von Berlin, in dem wir uns in ?Sommer vorm Balkon? befinden, nicht. Das ist eher der Lokalkolorit der Provinz, der auch der ?Kleine-Leute?-Geschichte, die hier erzählt wird, viel eher entspricht. Dazu gesellt sich eine Auswahl an Siebziger-Jahre-Schlagern, die einem das Fürchten lehren kann, all das Zeug, das inzwischen vielerorts zu Kult-Ehren gekommen ist: Costa Cordalis, Marianne Rosenberg, Hoffmann & Hoffmann, Nana Mouskouri, etc... aber immer passgenau angespielt (und gottlob auch immer zur rechten Zeit ausgeblendet). Nimmt man schließlich noch die durchweg ausgezeichnet geführten Darsteller, hat Andreas Dresen einmal mehr alles richtig gemacht.

Bei solchen Lobhudeleien für Regisseure unterschlägt man gerne mal die Namen der Drehbuchautoren. Dessen will ich mich hier nicht schuldig machen. Schließlich muss ja einer die Geschichte und die ganzen witzigen Einzeiler erfunden haben. Er heißt Wolfgang Kohlhaase, und hat dafür auch schon völlig zu Recht einen Preis bekommen (Internationales Filmfestival San Sebastian 2005).

Stilistisch am ehesten mit ?Halbe Treppe? zu vergleichen, hält ?Sommer vorm Balkon? die Balance zwischen lakonischen und wahrlich zwerchfellerschütternden Pointen auf der einen Seite und einer ? in Ermangelung eines besseren Wortes ? ?realistischen? Geschichte über Freundschaft, Liebe und andere prekäre Beziehungen auf der anderen Seite. Mal komisch, mal dramatisch sind die Szenen aus dem Alltag der beiden Hauptfiguren Nike und Katrin, die eine Altenpflegerin, die andere arbeitslose alleinerziehende Mutter. Genug Stoff für abendliche, von Wein und Wodka flankierte Gespräche auf Nikes Balkon. Und wenn der letzte im Film gesprochene Satz ?So ist das Leben? lautet, ist es nur konsequent und ehrlich, direkt im Anschluss und vor dem Abspann noch eine Tafel einzublenden mit den Worten ?Und so weiter...?. Solch eine Geschichte kann keinen ?richtigen? Schluss haben. Einen filmischen schon, die gerne genutzte ?Klammer? führt uns wieder an den Ausgangspunkt aufm Balkon zurück. Aber dazwischen ist jede Menge passiert, das den Kinobesuch lohnt. Nur in der letzten halben Stunde zerfranst ?Sommer vorm Balkon? ein klein wenig, was möglicherweise auch dem Bemühen geschuldet ist, die potenziell dramatischen Folgen der Trinkfreudigkeit seiner Hauptfiguren nicht zu sehr komödiantisch herunterzuspielen.

Das schmälert aber in keiner Weise die Leistungen von Inka Friedrich, Nadja Uhl und Andreas Schmidt. Eine derart gelungene Karikatur (nicht: Knallcharge) von einem Macho-Pascha, wie sie Schmidt hier als LKW-Fahrer Ronald abliefert, habe ich schon länger nicht mehr gesehen. Uhl und Friedrich geben die beiden Freundinnen Nike und Katrin mit ihren kleineren und größeren Problemen rundum überzeugend, sie verschwinden quasi hinter ihren Rollen. Wäre man zufällig in der Berliner Gegend unterwegs, in der dieser Film spielt, würde man erwarten, den beiden an der nächsten Ecke über den Weg zu laufen. Und in ihrer Stammkneipe sitzt derweil Axel Prahl im Blaumann und zischt wortlos ein Bierchen.

Lust auf Sommer
Colonia (683), 02.01.2006

"Willenbrock" war großes Kino, "Herr Wichmann von der CDU" war entlarvend, "Halbe Treppe" innovativ, "Die Polizistin" tiefe Einblicke gewährend.

All das ist Andreas Dresens neuestes Kinowerk "Sommer vorm Balkon" nicht.

Es ist so, als wäre Dresen, sobald er sich von der Provinz mit all seinen illustren Figuren in die Großstadt wagt, nur noch halb so gut. Das war schon bei "Nachtgestalten" der Fall.

Damit liegt Dresen in puncto Unterhaltungswert, Figurenzeichnung und Schauspielerführung immer noch kilometerweit über dem sonstigen Kinodurchschnitt. Und so hat auch "Sommer vorm Balkon" natürlich seine Stärken: Tolle, zum Großteil unverbrauchte, Darsteller, Authentizität und einige irre komische Momente. Aber auf der anderen Seite zerfasert die ohnehin etwas dünne Geschichte sehr stark. Sie wirkt beliebig und geht als Momentaufnahme des Lebens zweier Großstadtfrauen gerade so durch. Es sind kleine Geschichten von kleinen Leuten, leider irgendwie belanglos.

Nett, dass auch "Sommer ..." nicht ohne Axel Prahl auskommen muss.

Fazit: Nicht eben Dresens stärkster Film.

www.dieregina.de

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