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Martin Rosswog, Wohnung Helene Stumm, Remshagen, 1999, PE Color, 26,5 x 35 cm, Kunstsammlung Oberberg, Museum und Forum Schloss Homburg
© VG Bild-Kunst, Bonn

Sehen und Zeigen

06. Mai 2020

„Subjekt und Objekt“ in der Kunsthalle Düsseldorf – Kunst in NRW 05/20

Ein einzigartiges Unterfangen: Die Kunsthalle Düsseldorf stellt die künstlerische Fotografie an Rhein und Ruhr seit den 1960er Jahren vor. Sie zeigt rund 600 Werke von knapp 100 Künstlern. So ziemlich alle erwarteten Namen sind darunter, aber auch vergessene oder noch sehr junge Künstler, dazu kommen Grenzbereiche wie der Werbe- und Porträtfotografie sowie konzeptuelle Werke. Außer Düsseldorf, Köln und Essen mit ihren fotografischen Ausbildungsstätten sind Positionen u.a. in Krefeld, Aachen und Mönchengladbach berücksichtigt. Und Fotografie ist ja nicht gleich Fotografie, seit den 1980er Jahren wurde sie zunehmend als avantgardistisch künstlerisches Medium wahrgenommen. Das Spektrum der Werke ist extrem weit, und was diese ambitionierte Ausstellung mit ihrer dichten Präsentation herausarbeitet, ist, wie eines neben dem anderen entstehen konnte und was alles gleichzeitig passiert.

Es beginnt im Erdgeschoss mit Hinterfragungen des Mediums: Die Fotografie kann aus fremden Quellen stammen. In ihrer Anordnung stellt die Ausstellung formale Beziehungen und innere Verwandtschaften etwa bei den Themen oder Sujets her, die innerhalb des jeweiligen Raumes durch Blickachsen verstärkt werden. Die Vorstellung fester fotografischer Schulen aber wird regelrecht zertrümmert. Dieses Unterlaufen von Erwartungen sensibilisiert für das „Eigentliche“ der Werke und die künstlerische Individualität. Dieser kuratorische Ansatz drückt sich auch darin aus, dass untypische Bilder etwa von Thomas Ruff oder Candida Höfer gezeigt werden. Bernd und Hilla Becher sind mit einer wenig bekannten Serie zerfallener Mienen vertreten, die auf den Begriff der „Anonymen Skulptur“ als Verfahren und Intention ihrer Fotografie weist. Wie zur Bestätigung reicht das Band ihrer Aufnahmen über das Geländer unter die Decke der hohen Wand im Kinosaal und verbindet so die beiden Räume. Und dann sind da noch die Feinheiten in der Anordnung, die, mitunter sehr anspruchsvoll, das Vergnügen am Sehen und Nachdenken steigern. Schon wegen ihrer tiefgründigen, lehrreichen Bezüge ist es wichtig, dass die Ausstellung auch zu sehen ist.

Subjekt und Objekt. Foto Rhein Ruhr | bis 16.8., zu Redaktionsschluss geschlossen | Kunsthalle Düsseldorf | 0211 899 62 43

Thomas Hirsch

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