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Only Good Things

Only Good Things
Brasilien 2025, Laufzeit: 104 Min.
Regie: Daniel Nolasco
Darsteller: Lucas Drummond, Fernando Libonati, Liev Carlos

Mysteriöser schwuler Beziehungsfilm

Der Cowboy und der Biker
„Only Good Things“
von Daniel Nolasco

„Nur gute Dinge“ gibt es laut Titel in Daniel Nolascos neuem Film zu sehen, aber das sollte man nicht allzu ernst nehmen. Genauso wenig wie die Handlung selbst, denn die scheint über weite Teile eher in einer Fantasiewelt als in der Realität angesiedelt zu sein. Man sollte sich also nicht allzu sehr an Logiklöchern stören oder auf stringente Handlungsabläufe pochen, wenn man an „Only Good Things“ Gefallen finden möchte. Der zweite Spielfilm des brasilianischen Regisseurs, dessen „Vento Seco“ 2020 auf der Berlinale seine Weltpremiere feierte, ist genau wie sein Vorgänger eine Film gewordene schwule Fantasie. Nicht mehr ganz so stilisiert und nicht mehr ganz so offensichtlich an Schwulenikonen wie Tom of Finland angelehnt, merkt man doch auch hier sehr schnell, dass dem Filmemacher die Bilder und Stimmungen mal wieder wichtiger sind als das, was er uns hier erzählt. Denn dass ausgerechnet mitten im Nirgendwo ein Fernsehapparat auf den Motorrad fahrenden Marcelo (Liev Carlos) fällt, ist genauso absurd wie die Tatsache, dass der schwer verletzte Mann von Kuhzüchter Antônio (Lucas Drummond) den weiten Weg zu ihm nach Hause gebracht wird, anstatt einen Krankenwagen zu rufen.

Aber wir befinden uns auch irgendwann in den 1980er Jahren vor Erfindung der Mobiltelefone in der brasilianischen Provinz, und Antônio hat offensichtlich ein Auge auf Marcelo geworfen, den er flugs splitterfasernackt auszieht und seine Wunden versorgt. Es dauert nicht lange, bis die beiden durchtrainierten und attraktiven jungen Männer ein Paar werden und ihre Zeit mit Kühe hüten und Käseherstellen verbringen. Aber es droht Ärger mit Antônios Vater Tavares (Norval Berbari), dem die angrenzenden Ländereien gehören und dem die Homosexualität seines Sohnes ein Dorn im Auge ist. Zur Hälfte der Laufzeit macht die Handlung einen Sprung in die Gegenwart und erzählt von dem nun ergrauten Antônio (jetzt Fernando Libonati), der der Polizei gerade gemeldet hat, dass sein Partner seit mehr als 40 Jahren, Marcelo, spurlos verschwunden ist. In diesem zweiten Teil ändert sich die Tonalität von „Only Good Things“ grundlegend. War die erste Dreiviertelstunde von der wortkargen und teilweise auch explizit bebilderten Liebesgeschichte der beiden jungen Männer bestimmt, geht es danach um das, was aus ihrer langjährigen Beziehung geworden ist. Mysteriös ist der Film teilweise schon in der ersten Hälfte, danach wird dies aber zum dominierenden Handlungselement, wenn man versucht, das Verhalten des Protagonisten zu entschlüsseln. Auch dann gibt es noch einige breit ausgespielte Sexszenen, die wie bereits „Vento Seco“ Aspekte des schwulen Begehrens abdecken, die nur selten filmisch thematisiert werden. Hier sind dies Sex im Alter und flüchtige Begegnungen an öffentlichen Cruisingorten. Die Darsteller des Films sind körperlich sehr attraktiv und viele der von Larry Machado eingefangenen Bilder sind ästhetisch so schön, dass man sie sich rahmen und an die Wand hängen könnte.

(Frank Brenner)

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