
Das verflixte 3. Jahr
F 2012, Laufzeit: 100 Min., FSK 12
Regie: Frédéric Beigbeder
Darsteller: Gaspard Proust, Louise Bourgoin, Valérie Lemercier, Jonathan Lambert, Joey Starr, Frédérique Bel, Nicolas Bedos
>> www.das-verflixte-dritte-jahr.de/
Unkonventionelle Romantic-Comedy
Permanentes Gegenlenken
„Das verflixte 3. Jahr“ von Frédéric Beigbeder
Eine Romanze, wie sie im Buche steht: Der Literaturkritiker Marc Marronnier (Gaspard Proust) lernt Anne kennen, beide verlieben sich. Sie scheinen wie füreinander geschaffen, einer Hochzeit steht nichts im Weg. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer, genauer gesagt: Nach drei Jahren ist Schluss – Anne reicht die Scheidung ein. Marc ist traumatisiert, und er glaubt nicht mehr an die Liebe. „Im 1. Jahr kauft man Möbel ein. Im 2. Jahr stellt man sie um. Im 3. Jahr teilt man die Möbel auf …“: Das ist sein Blick auf die Liebe ohne rosarote Brille. Er säuft wie ein Loch und versinkt in seiner Wohnung in Selbstmitleid. Zumindest führt das dazu, dass der Literaturkritiker erstmals selber ein Buch schreibt. Unter einem Pseudonym lässt er seinem Zynismus freien Lauf und verbreitet seine Theorie vom verflixten dritten Jahr unter seinen Lesern. Schnell stellt sich heraus, dass das überraschend viele sind, und die Leser den Autor des Buches auch kennenlernen wollen. Dumm nur, dass Marc kürzlich erst auf einer Beerdigung eine wunderbare Frau kennengelernt hat und er sich gar nicht mehr so sehr mit seinem Buch identifizieren will. Die verheiratete Alice (Louise Bourgoin) gibt ihm wieder Hoffnung in Sachen Liebe, für ihn verlässt sie sogar ihren Ehemann. Auch Alice liest Marcs Buch, ohne zu wissen, dass er der Autor ist. Mit dem in Buchform gegossenen Machismus kann sie nun gar nichts anfangen. Schlimmer als Machos findet sie nur noch Lügner. Nur gut, dass Marc kein Lügner ist ...
Regisseur Frédéric Beigbeder, Ex-Werbetexter und Bestsellerautor („39,90“, „Der romantische Egoist“, „Ein französischer Roman“) hat erstmals selber die Regie bei einer seiner Romanadaptionen geführt. Das hat er zum Anlass genommen, sein Frühwerk „Die Liebe währt drei Jahre“ einem Update zu unterziehen. Dabei ist als Beiwerk nicht nur ein amüsanter Blick auf den Literaturbetrieb herausgekommen, sondern auch eine leichtere, selbstkritische Tonart. Beigbeder scheint mit seinem Willen, Genreklischees aufzubrechen und einige unerwartete Attacken gegen den guten Geschmack einzubauen, von jüngeren US-Komödien im Geiste von Judd Apatow beeinflusst. Das zeigt sich bereits in der Exposition, die die Lovestory eines gewöhnlichen Liebesfilms auf wenige, klischeelastige Minuten rafft. Erst dann beginnt der eigentliche Film – und zwar mit einer ganz anderen, viel düstereren Tonart. Aber auch dieser Erzählstil hält nicht lange an – und so geht das hin und her. Mal wird’s unerträglich machohaft, dann total kitschig, und dann wird abermals heftig gegengelenkt, wenn ein langersehntes Treffen mit der Angebeteten Alice in einer Kotzlache endet. So wie Marc hin- und hergerissen ist zwischen plumper Männerattitüde und dem Wunsch nach der großen Seelenverwandtschaft in der Liebe, so taumelt auch Beigbeders Regiedebüt zwischen den Extremen. An erzählerischen und visuellen Einfällen mangelt es ihm dabei nicht.

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