Auch wenn die beiden Autoren Sascha Bisley und Patrick Salmen beide in Dortmund leben, war es das erste Mal, dass sie gemeinsam auf der Bühne standen. Im Rahmen der Ausstellung „Depodest“, bei der Design-Studierende der Fachhochschule Dortmund ihre Werke zeigten, begeisterten die Schriftsteller mit ihren vielfältigen Texten.
Die Lesung wurde von Sascha Bisley, der mit dem Buch „Zurück aus der Hölle – Vom Gewalttäter zum Sozialarbeiter“ bekannt wurde, eröffnet. Dabei reichte die Spannbreite seiner Texte von persönlichen Erfahrungen, wie der eines Schulpraktikums in der Spielwarenabteilung bei Karstadt, das mit einem Absturz auf der Weihnachtsfeier und im Kostüm eines Steiff-Teddybären endete, bis zu einem Stück, in dem er rassistische Klischees auf die Schippe nahm. Sein derber Humor kam beim Publikum gut an.
Die Texte des Slam-Poeten und Lese-Kabarettisten Patrick Salmen zeichneten sich besonders durch ihre Vielfältigkeit aus. So widmete er sich der Kritik an der heilen Welt in der Werbung und auf Instagramm oder berichtete von dem Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören. Sein Text nahm immer wieder unerwartete Wendungen und endete damit, dass Joggen auch nicht gesund sei.
Patrick Salmen las auch vier emotionale Gedichte vor. In dem Text „Inventur meines Landes“ zog der Autor Bilanz und übte Kritik mit der Vergangenheit und Gegenwart, mit Menschen und Gegen-Menschen: „und doch gibt es Hoffnung“. Hoffnung darauf, dass über die deutsche Vergangenheit nicht mehr geschwiegen wird und dass die Gegen-Menschen an politischem Einfluss verlieren.
Zwischen den einzelnen Stücken erzählte Patrick Salmen Anekdoten wie von seiner ersten Taxifahrt in Dortmund oder von seinen Erfahrungen mit einem „online-Diss“. Die öffentliche Empörung der Popsängerin Namika über einen Text Patrick Salmens, in dem er ihren Song „Lieblingsmensch“ literarisch belächelt, brachte dem Autor nur noch mehr Fans.
Höhepunkt des Abends war ein Ratespiel, bei dem das Publikum kleine Textpassagen, die unterschiedliche Situationen beschreiben, um eine Stadt oder einen Filmtitel ergänzen musste, wie etwa „Fragt die Katze den Hund, ob er mal eine Minute Zeit habe“, antwortet der Hund „Nein, ich bell grad“ (Belgrad). Die zum Teil etwas absurden Antworten der Zuhörer sorgten für den ein oder anderen Lacher, auch bei Patrick Salmen und Sascha Bisley. Dass die beiden Humor haben, haben sie im Depot gezeigt.
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