trailer: Frau Mreyen, wo begegnen dem Normalbürger heute schon Produkte der Biotechnologie?
Silke Mreyen: Die Frage sollte lauten: Wo begegnen dem Normalbürger diese Produkte nicht. Klassische biotechnologische Produkte gibt es seit Jahrtausenden. Denken Sie an Wein und Bier oder die Verarbeitung von Milchprodukten durch Hefe. Die Biotechnologie ist also nichts Neues, Unheimliches, das uns plötzlich bedroht.
Wie wird die Biotechnologie unser Leben in den nächsten Jahren verändern? Der Einsatz von Enzymen hat zum Beispiel das Wäsche waschen revolutioniert. Dies ist ein großer Vorteil für die Umwelt, weil die Waschmittelmenge viel geringer ist. Und es kann Energie gespart werden, weil die Temperatur niedriger sein darf. Auch werden in Zukunft Krankheiten wie Krebs, Alzheimer, Lebererkrankungen, Multiple Sklerose oder Herz-Kreislauferkrankungen früher diagnostiziert werden können. So steigen die Heilungschancen. Die Medizin wird sozusagen personalisiert. Dadurch werden Krankheiten früher erkannt, Nebenwirkungen vermieden und Kosten gesenkt.
Wie erklären sie sich die Angst der Gegner?
Natürlich können Fortschritte auch Risiken bergen. Wichtig ist allerdings zu differenzieren, welche Information ich habe und welche Schlüsse ich daraus ziehe. Wenn ich einen Apfel esse, dann werde ich nicht grün, obwohl dieser das entsprechende Gen in sich trägt. Unwissenheit führt oft zu falscher Panik.
Welchen Stellenwert hat das Ruhrgebiet bei der Biotechnologie?
Die Biotechnologie an der Ruhr hat sich zu einer der herausragenden Branchen entwickelt. Hinsichtlich der rund 500 in der Biotechnologie tätigen Unternehmen ergibt sich ein klarer Schwerpunkt in der Medizin. Der Technologie Park Dortmund mit dem BioMedizinZentrum Dortmund genießt internationales Ansehen. Mit dem BioMedizinZentrum Bochum wurden weitere Möglichkeiten für Start-up-Unternehmen geschaffen. Es gibt bereits zahlreiche Anfragen aus dem europäischen und dem asiatischen Raum.
Dr. Silke Mreyen, (39) ist Geschäftsführerin des BioIndustry e.V. in Dortmund.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Himmel oder Hölle? - Wissenschaft schafft Hoffnung und Angst
Nano, Bio, Quarks - THEMA 03/11
„Nicht grundsätzlich gefährlich“
Tobias Teckentrup über Chancen und Risiken der Nano-Technologie - Thema 03/11
Aus der Asche entstiegen
Das Projekt Phoenix fördert Hightech statt Kohle - Thema 03/11
Die Zukunft ist Nano?
Eine Pilotanlage in Leverkusen produziert seit einem Jahr winzige Röhrchen - Thema 03/11
Empathie-Expertise
Intro – Bonus-Level
Das Spiel mit der Geschichte
Teil 1: Leitartikel – Was Videospiele über Gesellschaften erzählen
„Eine Komplexität, die man in anderen Medien kaum findet“
Teil 1: Interview – Medienwissenschaftler Christian Schwarzenegger über die kulturelle Bedeutung von Videospielen
Im Rausch der Autobahn
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Videospielstudio Z-Software in Lünen
Virtuelle Resonanz
Teil 2: Leitartikel – Videospiele in der Psychotherapie
„Spiele einfach genießen“
Teil 2: Interview – Psychologin Silke Lux über gesundheitliche Wirkungen von Videospielen
Spielen gegen Radikalisierung
Teil 2: Lokale Initiativen – Das Kölner Videospiel-Studio Zweisiedlerkrebs
Um die Existenz spielen
Teil 3: Leitartikel – Was Videospiele mit der Wirklichkeit zu tun haben
„Es gibt aufklärerische Spiele“
Teil 3: Interview – Historiker Nico Nolden über Politik und Geschichte in Videospielen
Was Karten verraten
Teil 3: Lokale Initiativen – Bildungsforscher Michael Morawski über Gaming und Geographiedidaktik
Meine fremde Wohnung
Niederlande als Vorreiter für gesundheitsfördernde Videospiele – Europa-Vorbild Niederlande
Tagebuch eines Kellerkinds
Wie Physik-Engines und NPCs einem das Leben vermiesen können – Glosse
Mehr, mehr, mehr!
Intro – Eine eigene Geschichte
Zweifel der Gesellschaft
Teil 1: Leitartikel – Erinnerungskultur muss sich von Ritualen verabschieden
„Verhindern, dass Wissen durch Geschichtspolitik ersetzt wird“
Teil 1: Interview – Historiker Jörn Leonhard über Angriffe auf die Erinnerungskultur
Gegen die Menschenverachtung
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
Mehr als einem lieb sein kann
Teil 2: Leitartikel – NS-Erbe: Das Arbeitsrecht unterdrückt politischen Widerstand von Beschäftigten
„Im Augenblick sehe ich keine kritische Masse für eine breite Bewegung“
Teil 2: Interview – Politologe Alexander Gallas über Protest, Streik und Generalstreik
Bildung für die diverse Gesellschaft
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Kölner Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Unser gemeinsames Einwanderungsland
Teil 3: Leitartikel – Wie wir eine freiere Zukunft gestalten können
„Das politische Handlungsbewusstsein fehlt“
Teil 3: Interview – Amadeu-Antonio-Stiftung: Lorenz Blumenthaler über Fremdsein und Diskriminierung