Wenn das keine sinnvolle Investition ist! Die Oberhausener CDU regt an, Busse und S-Bahnen im Pott einheitlich grün-weiß zu präsentieren, um so die Identifikation mit unserer Region zu fördern: „Besucher müssen wissen, dass sie sich im Ruhrgebiet befinden“, zitierte die WAZ CDU-Ratsfraktionschefin Simone-Tatjana Stehr.
Stimmt, ich vertue mich da selbst oft. Auf der A40 im Stau wähne ich mich auf den Champs-Élysées, schau ich auf die Emscher, wittere ich Venedig und die Skyline Essens sieht der New Yorks zum Verwechseln ähnlich. Häme beiseite, das Hauptgutachten des „Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“ sieht das Ruhrgebiet nämlich als Vorzeigeregion, auch seiner dezentralen Struktur wegen. Trotzdem könnte sich Verbundenheit mit unserer Metropolregion ja auch wortwörtlich in besseren Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs ausdrücken. Ist aber nur so eine Idee.
Für unser Monatsthema FRAUENRECHT wagen wir uns bis nach Indonesien und Südchina, wo es noch matriarchale Gemeinschaften gib. Ob es sich dabei um die bloße Umkehrung patriarchaler Systeme mit weiblichen Vorzeichen der Macht handelt, fragen wir die Philosophin und Wissenschaftstheoretikerin Heide Göttner-Abendroth. Ein Fanal für Frauenrechte ist auch unsere Glosse.
Weitere Artikel zum Thema gibt es auch in unseren Partnermagazinen engels (Schwerpunkt: Burka-Debatte: Je nackter, desto freier? Interview mit Menschenrechtlerin und Islamkritikerin Mina Ahadi) und choices (Schwerpunkt: Backlash für den Feminismus; Interview mit Gender-Forscherin Judith Butler).
Die Ungerechtigkeiten des Schweinesystems hinterfragt Heinrich von Kleists MICHAEL KOHLHAAS, von Frank Weiß mit Skimasken und gesplatterten Papierpferden am Prinz Regent Theater inszeniert. Europäische Werte diskutiert das transnationale Theaterprojekt KULA – NACH EUROPA am Schauspiel Bochum. Regisseur Robert Schuster erklärt uns, wie er sein Stück plant, nachdem die afghanische Theatergruppe AZDART mangels Visum nicht teilnehmen kann.
Die malerische Expressivität von KAREL APPEL kann in der Schau „Der abstrakte Blick“, seit 25 Jahren die erste Überblicksschau des holländischen Malers in Deutschland, im Emil Schumacher Museum Hagen begutachtet werden. Und was macht man mit François Morellet, wenn der Strom ausfällt? JOHN JASPERS, Leiter des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna, hat dazu und zur Retrospektive des 2016 verstorbenen Lichtkünstlers erhellende Antworten parat.
Der Herbst startet außerdem musikalisch. Das neue MUSIKFORUM RUHR eröffnet als neue Spielstätte für die Bochumer Symphoniker, im Gelsenkirchener MIR inszeniert ein junges Team „The Turn of the Screw“ mit bravourösen Zombies.
Auch unser Film des Monats SWISS ARMY MAN hat eine Art Zombie als Protagonisten. Das Regieduo Daniel Kwan und Daniel Scheinert liefert ein Body-Movie, das den Körper als Zeichen des Lebens feiert – mit Daniel Radcliff als liebenswertem Leichnam.
Eine Parade der psychischen Probleme unserer Zeit ist DANI LEVYS Tragikomödie „Die Welt der Wunderlichs“. Im Gespräch zum Film erzählt er von verrückten Familien und gesunder Publikumsüberforderung. Mit Jannis Niewöhner sprechen wir über seine Rolle in JONATHAN, Filmsets ohne Handyempfang und die Probleme eines Coming Outs.
Nicht vergessen: Paris, Venedig, New York kann jeder, Ruhrgebiet können nur wir.
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