Ernsthaft, Weltgesundheitsorganisation? Nach einem Vierteljahrhundert einfach mal feststellen, Kaffee sei doch nicht krebserregend? Ja, die braune Bohne führt zu erhöhter Herzfrequenz und Adrenalinproduktion und reduziert den Serotoninspiegel, von der ausbeuterischen Dimension der Kaffeeproduktion ganz zu schweigen. Aber eventuell schützt Kaffee vor Leber- und Gebärmutterkrebs.
Da weiß der Koffeeinjunkie in mir nicht, ob frohlocken oder toben. All die verkniffenen, mit zitternden Händen zurückgewiesenen Espressi, Cappuccini, Lattes und Macchiattos! Ich baue fest darauf, dass die WHO in Kürze als Wiedergutmachung dafür auch meine Vorliebe für Zucker, exzessives Nachsalzen, Essigchips und Rotwein belohnen und ebenfalls als „gar nicht mal so ungesund“ bewerten wird. Bis dahin: abwarten und Kaffee trinken.
Glücklicherweise genießen wir schon jetzt die Freiheit, unsere Gesundheit nach eigenem Ermessen zu ruinieren. Auch unser Monatsthema widmet sich dem abstrakten Begriff der FREIHEIT. Bei dem Psychologen Hans J. Markowitsch haken wir nach, warum er den freien Willen für eine Illusion hält und das gar nicht mal so schlimm findet.
Weitere Artikel zu anderen Schwerpunkten unseres Monatsthemas (Pressefreiheit & Gefängnishaft – noch zeitgemäß?) findet ihr auch bei unseren Partnermedien choices und engels.
Ein Freigeist war auch Bertold Brecht. In Anlehnung an sein radikales Fatzer-Fragment finden vom 8.-10. Juli im Mülheimer Ringlokschuppen die 5. FATZER TAGE statt. Dramaturg Matthias Naumann verrät im Interview die Highlights des Programms.
Radikal geändert hat die Uraufführung von SOMMERFEST im Prinz Regent Theater auch die negative Meinung unserer Autors Peter Ortmann über Frank Goosen – zumindest vorläufig.
Mit Vorurteilen räumt auch die Ausstellung DESPERATE HOUSEWIVES? im Kunstmuseum Mülheim auf, wo 28 internationale Künstlerinnen das Haus als von Ritualen bestimmten Lebens- und Arbeitsplatz ins Visier nehmen. Seit 13 Jahren baut das PIXELPROJEKT_RUHRGEBIET eine digitale Sammlung fotografischer Positionen zum Ruhrgebiet auf. Wir sprechen mit Initiator und Leiter Peter Liedtke über seine Verweigerung vor der hochglanzpolierten Kulissenhaftigkeit der Industriekultur.
Für unser Literaturportrait treffen wir mit JOHN IRVING den Meister amerikanischer Gegenwartsliteratur, der von seinem neusten Werk „Straße der Wunder“ erzählt. Dichter, Denker und außerdem Stricher findet ihr auf der trailer-WORTSCHATZBÜHNE, die vom 14.-17. Juli mittendrin im gigantischen Umsonst & Draußen-Straßenfestival Bochum Total zu finden sein wird. Wir geben euch einen Programmüberblick.
Regisseurin Maren Ade umschifft in unserem Film des Monats TONI ERDMANN leichtfüßig die Klippen deutscher Filmproduktion zwischen Drama und platter Komödie. Wir treffen Hauptdarstellerin SANDRA HÜLLER zum Interview.
Das Kompilationsfilm-Projekt DEUTSCHLAND. DEIN SELBSTPORTRÄT setzt sich aus Filmmaterial zusammen, das Menschen aus der ganzen Bundesrepublik eingesandt haben. Der künstlerische Leiter SÖNKE WORTMANN findet, dass man so einen Film alle fünf Jahre machen sollte. Mehr dazu im Gespräch zum Film.
Und immer dran denken: draußen nur Kännchen!
Hier geht’s zum E-Paper.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Die erste Frau in Cambridge
Die Filmstarts der Woche
„Ein Meister des Marketings“
Die Kuratorinnen Anna Brohm und Sonja Pizonka über „Ich, Gustave Courbet“ in Essen – Sammlung 07/26
Gegen die Menschenverachtung
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
„Wir gehen den Weg zusammen“
Aurel Dawidiuk wird neuer Intendant und GMD der Bochumer Symphoniker – Interview 07/26
Deutsche Angst
Geschichte und Gedächtnis – Glosse
Glühender Zorn
„Das Teufelsbuch“ von Asta Olivia Nordenhof – Textwelten 07/26
„Verhindern, dass Wissen durch Geschichtspolitik ersetzt wird“
Teil 1: Interview – Historiker Jörn Leonhard über Angriffe auf die Erinnerungskultur
Von Tod und Teufel
„Walpurgisnacht“ in der Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 07/26
Den Banken widersprechen
Island und das Gemeinwohl – Europa-Vorbild Island
Jazz aus Südafrika
Pianist Nduduzo Makhathini mit der WDR Big Band in Köln – Improvisierte Musik in NRW 07/26
Auf sich gestellt
„Wir gehen mal los“ von Raffaella Romagnolo – Literatur 07/26
Von Hexen und Psychiatern
Sinfoniekonzert „Dämonen“ an drei Orten im Ruhrgebiet – Klassik an der Ruhr 07/26
Die Läuterung der Bösen
„Der Sturm“ im Schlosspark Bochum Weitmar – Prolog 07/26
Urban Arts und Wüstenkunde
„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Der Hungerartist
Wolfgang Welt: Lesung aus Briefen des Bochumer Schriftstellers in Düsseldorf – Literatur 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Giftige Hirngespinste
„The blind Owl / Die blinde Eule“ am Theater der Keller – Tanz in NRW 07/26
Ein schlechter Zug
Holgers letzte Worte – 07/26
Zweifel der Gesellschaft
Teil 1: Leitartikel – Erinnerungskultur muss sich von Ritualen verabschieden
Wie die Bademeister
Der Sommer und das Kino – Vorspann 07/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Schule mit Herz und Humor
„Shrimpie und ich“ von Moni Port und Claudia Weikert – Vorlesung 06/26
Die eigene Karte als Kompass
„Ich mal mir meine Welt“ von Nicola Davies – Vorlesung 06/26
Mühelose Technik
Mao Fujita in der Historischen Stadthalle Wuppertal – Musik 06/26