Es ist die mittlerweile sechste Auflage, die Ruhr International nach zu vielen Corona-Pausen feiert. An zwei Tagen treten unterschiedliche Künstler:innen auf den Bühnen rund um die Bochumer Jahrhunderthallte auf. Den Anfang machen bereits am frühen Samstagnachmittag (ab 14.30 Uhr) „Beats for Peace“, veranstaltet vom WorldBeatClub e.V., der politischen Aktivismus und musikalische Lebensfreude verbindet. Unter anderem legen die DJs Kosta Kostov und POK ihre Platten auf.
Wer zwischendurch das Tanzbein ausruhen will, kann die Ausstellung „Arbeitsvisionen“ besuchen. Die Regisseurin sowie Autorin Emel Aydoğdu und der Dokumentarfotograf Serkan Akın präsentieren darin die Ergebnisse ihrer viermonatigen Recherche. Mit der Kamera haben sie Beschäftigte während der Coronapandemie begleitet und ihre Erfahrungen aus Kurzarbeit, Insolvenz und Arbeitslosigkeit dokumentiert.
Auch der Samstagnachmittag bietet ein abwechslungsreiches Programm, darunter Spoken-Word-Kunst mit der Slammerin Daniela Sepeheri. Rassismus, Sexismus, aber auch Fluchterfahrungen ziehen sich als Motive durch die Texte der gebürtigen Paderbornerin. Ihr Programm signalisiert bereits im Titel Ironie: „Linksgrünversiffte Poesie“.
Und natürlich darf auf der Bühne nicht eine Bochumer Musikgröße fehlen: Hüsnü Işık zelebriert am Samstag mit seiner Band türkische Melodien. Wie immer spielt Işık auf seiner Bağlama auch eigens komponierte und geschrieben Stücke. Danach erhalten alle Gäste noch die Möglichkeit, die Tanzfläche vor der Outdoorbühne zu besuchen, untermalt von funky Blues-Rock aus Marokko. Bevor die Pop-Avantgardisten der ghanaischen Band „Santrofi“ auf der Indoor-Bühne die E-Gitarren sprechen lassen.
Ähnlich geht es am Sonntag weiter: zunächst mit Texten, die an den faschistischen Terroranschlag in Hanau erinnern, oder einer von X-Vision Ruhr organisierten Talentschmiede. Am frühen Sonntagabend lässt die brasilianische Band „Francisco, El Hombre“ vermeintlich kontrastreiche Musikelemente aufeinanderprallen: südamerikanische Folklore trifft Punk. In ihren Songs kritisiert die fünfköpfige Band den politischen und wirtschaftlichen Machtklüngel von Bolsonaro und anderen Konsorten.
Ruhr International - Das Festival der Kulturen | 28., 29. Mai | Jahrhunderthalle Bochum und Umgebung | Kontakt: 0234 610 30
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Urban Arts und Wüstenkunde
„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Der Hungerartist
Wolfgang Welt: Lesung aus Briefen des Bochumer Schriftstellers in Düsseldorf – Literatur 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Giftige Hirngespinste
„The blind Owl / Die blinde Eule“ am Theater der Keller – Tanz in NRW 07/26
Ein schlechter Zug
Holgers letzte Worte – 07/26
Zweifel der Gesellschaft
Teil 1: Leitartikel – Erinnerungskultur muss sich von Ritualen verabschieden
Gegen die Menschenverachtung
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
Wie die Bademeister
Der Sommer und das Kino – Vorspann 07/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Schule mit Herz und Humor
„Shrimpie und ich“ von Moni Port und Claudia Weikert – Vorlesung 06/26
Die eigene Karte als Kompass
„Ich mal mir meine Welt“ von Nicola Davies – Vorlesung 06/26
Mühelose Technik
Mao Fujita in der Historischen Stadthalle Wuppertal – Musik 06/26
„Eine ganz eigene Form von Kunst“
Museumsdirektor Nico Anklam über „Sunday Without Love“ in der Kunsthalle Recklinghausen – Sammlung 06/26
Emotionaler Kraftakt
„Il Trovatore“ an der Düsseldorfer Rheinoper – Oper in NRW 06/26
Aus Papier wird Raum
Michael Beutler in Gelsenkirchen – Ruhrkunst 06/26
Freiheit, Krieg, Einsamkeit
„Ptah VI“ am Essener Aaalto Theater – Tanz an der Ruhr 06/26
Die Skyline im Blick
Benjamin Schmid in Düsseldorf – Klassik am Rhein 06/26
Liebe ohne Chancen
„Tancredi“ als queeres Drama an der Kölner Oper – Oper in NRW 06/26
Natürlich elektrisch
Festival Blaues Rauschen – Musik 06/26
Freiheit gegen Tyrannei
„Die Räuber“ am Bochumer Schauspielhaus – Prolog 06/26
Klangschlacht
„Verdi Requiem“ an der Essener Philharmonie – Klassik an der Ruhr 06/26
Gut erzählte Wahrheit
Teil 1: Lokale Initiativen – Die Agentur Kugelfisch Kommunikation in Essen
Materie und ihre Energie
Anish Kapoor im Lehmbruck Museum Duisburg – kunst & gut 06/26
Kalter Krieg im Ruhrpott
„Weiße Westen, schwarze Nächte“ von Sabine Hofmann – Literatur 06/26