Der junge Mann ist noch keine 25 Jahre alt, trotzdem greifen die Veranstalter im zeitgenössischen Jazz gerne seine künstlerischen Träume auf und realisieren sie. Jakob Manz, der Überflieger an Saxophon und Blockflöte, darf auch am Rhein seine multikulturelle Gästeliste für neuartige Inspirationen ausrollen und u.a. seine eigenen Reisen in die Karibik künstlerisch verarbeiten – am besten geht das mit dem originalen künstlerischen Personal.
Wen lädt sich ein umtriebiger und stilistisch weltoffener Jazzmusiker dieser Generation wohl ein? Es ist eine Mischung aus Grenzgängern und jungen Leadern eigener Projekte und Bands. Wie auf dem Gleichstellungsreißbrett entworfen teilt sich das kleine Orchester in Damen und Herren, vier gegen oder mit vier, wohl in der Generation dieser Musiker gar kein Thema. Mindestens drei Personen besitzen außereuropäische Wurzeln, der Malier Aly Keita bringt mit dem Balafon folkloristisches Instrumentarium ein, es geht ja auch um neue Farben im europäischen Jazz.
Aus Deutschland stammt nur der Pate Manz, zu Gast ist u.a. die Holzbläserkollegin Emma Rawicz aus England. Jamie Cullum, auch so ein Youngster mit großem Talent, hatte sie schon früh auf der Liste, ebenso Gwilym Simcock, der ein Duo-Album mit ihr einspielte. Sie komponiert stilistisch im Sinne des Bandchefs, es groovt und rockt, aber immer mit Köpfchen und in wilden Rhythmen.
Nach Köln kommt auch die aus der Mongolei stammende Pianistin Shuteen Erdenebaatar. Manz und der Bassist Nils Kugelmann spielen in ihrer Band, die Altflöte des Meisterbläsers passt zu den pastoralen Melodien der Komponistin. Als Gaststar kommt der französische Posaunist Robinson Khoury mit arabischen Wurzeln hinzu, mit dreißig Jahren ein „Oldstar“ im Kader, der die ebenfalls geladene junge Perkussionistin Anissa Nehari in seiner Band beschäftigt. Als Mutter der Kompanie dient die Weltmusikerin Nesrine, als in vielen Sprachen singende Cellistin auch eine eigene Stimme im Jazz, die eine klassische Karriere bereits absolviert hat. Sie nennt ihr akustisches Cello Enrico, es ist „ihr Ehemann“, wie sie gerne scherzt – als moderne Frau besitzt sie auch ein elektrisches Cello. Es ist also für ein internationales Treffen bestens gesorgt – ein Termin für Weltbürger.
Jakob Manz European Jazz Night | Sa 28.2. 20 Uhr | Kölner Philharmonie | 0221 28 02 80
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