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Heinz Mack, Vier Steinstelen, 1995, Granit, H 340 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Foto: Michael Richter

Eins mit der Natur

11. August 2021

Heinz Mack im Skulpturenpark Waldfrieden – Kunst in NRW 08/21

Schon wieder Heinz Mack. Gerade erst hat der berühmte Bildhauer aus Mönchengladbach im Düsseldorfer Kunstpalast ausgestellt. Aber diese Ausstellung legte den Schwerpunkt auf die sinnlich-theoretische Formulierung der von ihm und Otto Piene gegründeten Avantgardegruppe Zero. Und Mack hat dort auf die Außenskulpturen verzichtet, die nun in Wuppertal Gegenstand einer umfassenden Ausstellung sind. „Meine Skulpturen lieben die Natur, es klappt immer“, schwärmt er über Waldfrieden.

50 große ungegenständliche Skulpturen von den 1950er Jahren bis heute aus verschiedenen Steinsorten, Metall und Holz sind im Areal und am Wegesrand verteilt und in den Pavillons angeordnet. Und in der Villa auf dem Ausstellungsgelände beginnt alles mit den Fotografien, die der damals 13-Jährige Mitte der 1940er Jahre im Sägewerk und von der Landschaft seiner hessischen Heimatgemeinde aufgenommen hat. Die Struktur der Natur führt ihn ab Mitte der 1950er Jahre zur Auseinandersetzung mit Licht, mit dessen Reflexion und mit Rastern, sogar mit der Bannung von Sonnenlicht in der Sahara – damit wurde Heinz Mack in den 1970er Jahren international bekannt und seitdem hat ihn Tony Cragg als Kurator des Wuppertaler Skulpturenparks auf dem Schirm.

Gegen die Weite der Landschaft steht nun in Waldfrieden das Dialogische der Skulpturen und der Natur. Der Bildhauer muss die Sprache der Materialien verstehen, sagt Heinz Mack. Seine Skulpturen, die mit hoher Sensibilität gegenüber der Natur entwickelt sind, die über regelmäßige Einkerbungen verfügen und Bruchstellen einbeziehen, halten die Balance zwischen Selbstverständnis und Ereignis. Zudem lässt sich, über die substanzielle Verwandtschaft zur Natur hinaus, trefflich über diese Monolithen philosophieren, die von der Erde in den Himmel ragen. Die die Witterungswechsel – und den Schnee – erwarten, denn ihre Anmutung, ja, ihre Präsenz ändert sich mit ihnen: Kaum zu glauben, dass der große Heinz Mack erst jetzt, mit 90 Jahren, seine erste Ausstellung in einem öffentlich Skulpturenpark erhält. Hingehen, schon der Natur wegen!

Heinz Mack – Skulpturen | bis 2.1.22 | Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal | 0202 47 89 81 20

Thomas Hirsch

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