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„Appropriation takes you on a weird ride“ von Nina Fischer & Maroan el Sani
Foto: Presse

Science-Fiction trifft Politik

09. November 2021

Filmfestival „blicke“ im endstation.kino in Bochum – Festival 11/21

Zwei Jahre ist es schon her, dass Regisseure, Produzenten oder Cinephile für rappelvolle Säle im Bochumer endstation.kino sorgten. Die letztjährige Ausgabe von „blicke“ wurde wegen der Coronapandemie in den digitalen Raum verlagert. Und damit fehlte das übliche Festival-Flair: Gespräche mit den Künstlern oder ein Hauch von Filmbusiness-Glamour im geerdeten Langendreer.

Nun versammeln sich die Festival-Gäste endlich wieder vor der Leinwand, um vom 17. bis zum 21. November die 29 Filme zu schauen, die aus über 260 Einreichungen ausgewählt wurden. Seit der letzten, analogen Ausgabe hat sich in der Organisation einiges geändert. Gabi Hinderberger, Mitbegründerin und langjährige Leiterin von „blicke“, überlässt die Leitung nun einem neuen Team: Die diesjährige Festivalleitung aus Alisa Berezovskaya, Felix Hasebrink und Katharina Schröder hat ein vielversprechendes Programm zusammengestellt. Die Sektion „ein-blicke“ zeigt Filme mit einem thematischen oder biographischen Bezug zum Ruhrgebiet, während in der Sektion „aus-blicke“ Werke von Regisseuren außerhalb der Region zu sehen sind.

Im Programm beider Rubriken lässt sich jedenfalls ein Trend lesen: Filmemacher widmen sich der politischen Dimension von vermeintlich privaten Themen. Ihre Werke kreisen um Fragen der Identität und Diversität – zum Teil mit Elementen des Science-Fiction-Genres grundiert. Unterwandern etwa Algorithmen Geschlechteridentitäten, wie Veneta Androva in ihrer Animationsvision „AIVA“ fragt. Marian Maylands Beitrag „Michael Ironside & I“ entführt in die fiktiven Wohnräume einer Kindheit der 90er-Jahre. Wie der Titel signalisiert, lotet der 1988 geborene Regisseur sein Verhältnis zum kanadischen Schauspieler Ironside aus, der in etlichen Sci-Fi und B-Movies mitspielte.

Der Film „Appropriation Takes You on a Weird Ride“ von Nina Fischer und Maroanel Sani konfrontiert das Publikum dagegen mit dem Erbe des Kolonialismus – auch auf identitätspolitischer Ebene. Denn der Kompass ihrer künstlerischen Arbeit ist die Theorie der kulturellen Aneignung. Das Duo umkreist den westlichen Blick auf die indigene Bevölkerung, der noch immer stark von Diskriminierung geprägt ist.

blicke – Filmfestival des Ruhrgebiets | 17. - 21.11. | endstationKino, Bochum | www.blicke.org

Benjamin Trilling

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