Kann man im Unglück glücklich sein? Tiffany (Johanna Wokalek) glaubt zumindest nicht an das Glück. Äußerst vorsichtig und abergläubisch tapst sich die Berliner Singlefrau durchs Leben und führt Dialoge mit ihrer verstorbenen, aber allgegenwärtigen Mutter (Iris Berben). Doch schon bald stehen zwei Verehrer (Benjamin Sadler, Itay Tiran) in ihrem Delikatessladen. Sherry Hormann erklärt anhand einer romantisch-verschrobenen Liebesgeschichte die Grundgedanken aus Paul Watzlawicks satirischem Sachbuchbestseller „Anleitung zum Unglücklichsein“.
Brad Pitt wandelt in „Killing Them Softly“ endlich wieder auf den Spuren seines Kultfilms „Snatch - Schweine und Diamanten“. Die dreckig inszenierte Pulp-Ballade über einen absurden Killerkleinkrieg führt ins Jahr 2008. Amerika schlittert in die Wirtschaftskrise, jeder ist auf sich allein gestellt, und aus dem Fernsehen höhnt Präsident Obama: „Wir sind ein Volk.“ Das ist zwei Losern, die unbedacht Spielgeld stehlen, ebenso egal wie dem Killer (Pitt), den man auf sie ansetzt.
Lehrer Germain (gewohnt famos: Fabrice Luchini) ist frustriert von den literarischen Leistungen seiner Schüler. Einzige Ausnahme bildet Claude, der ihn mit einer Fortsetzungsgeschichte beeindruckt. Schon bald verwischen darin Phantasie und Realität. François Ozons „In ihrem Haus“ ist ein großartig gespieltes, hochspannendes und nicht zuletzt ausgesprochen lustiges Drama über Manipulation im Sein und Schein.
Regisseur Andrés Wood erzählt in seinem wundervollen Spielfilm „Violeta Parra“ vom Leben und Werk der gleichnamigen chilenischen Künstlerin. Kunstvoll ihrem Schaffen ergeben, reist Wood mit ihr aus dem Chile der 1950er Jahre um die Welt, die sie mit ihrer Musik und ihren Bildern beeindruckt. Zugleich wirft er einen eher traurig gefärbten Blick auf ihr Privatleben.
Freunde des höchst vitalen Independentkinos dürfen sich zudem auf RZAs Martial-Arts-Hommage „The Man with the Iron Fists“, „Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin“ und Colm Meaney in „Parked - Gestrandet“ freuen.
Außerdem neu in den Ruhr-Kinos: Clint Eastwood in „Back in the Game“ sowie, jeweils in 3D, das Animationsabenteuer „Die Hüter des Lichts“ und das Schockersequel „Silent Hill: Revelation“.
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