Das Jahr ist vorbei. Gott sei Dank! Für die sanftmütigeren unter uns ging es in den letzten 12 Monaten doch etwas sehr turbulent zu. Flüchtlingskrise, Kriege in Syrien und der Ukraine, Paris-Terror, Pegida-Hetze und natürlich reichlich Griechenland. VW-. FIFA-und WM-Skandal, Flugzeugabstürze, Stellwerksbrände und konservative Wahlsiege in England, Israel und Polen.
Kurzum, wer in Pessimismus machen will, hat gute Gründe. Da man angesichts von Krisen, Krieg und Terror fast nur noch dem Eskapismus frönen möchte, ist die spannendste Frage für das kommende Jahr, ob man sich vom aktuellen Teil der Sternenkriegs-Saga („Das Erwachen der Macht“) inspirieren lässt oder doch lieber vom allerersten: „Eine neue Hoffnung“.
Allzu viel Hoffnung sollte man auf eine gerechtere Reformierung des europäischen Steuersystems lieber nicht setzen, zu mühsam mahlen die Mühlen europäischer Politik, zu gegensätzlich sind oft die Einzelinteressen. In unserem Monatsthema GERECHT STEUERN nehmen wir die strukturellen Gerechtigkeitslücken unseres Steuersystems dennoch unter die Lupe und lassen uns vom Steuer- und Finanzexperten Markus Meinzer erläutern, wie man selbst aktiv gegensteuern kann.
Vielleicht ist es bei der Steuerflucht ja ähnlich wie bei Kleist: diejenigen, die das System reformieren sollen, müssten sich dazu selbst überführen. Dietmar Bär jedenfalls windet sich als Dorfrichter Adam in DER ZERBROCHNE KRUG in den Kammerspielen Bochum wie ein Aal, zur Freude des Publikums.
Das Publikum in Oberhausen wiederum darf sich auf eine Femme fatale und gute Musik freuen: STEF LERNOUS, belgischer Kult-Regisseur, spricht im Interview mit trailer über seine Inszenierung von LULU am Theater Oberhausen.
Ebenfalls gesprächsfreudig zeigt sich Stefan Hilterhaus von PACT ZOLLVEREIN. Beim choreografischen Zentrum in Essen gastiert im Januar das französische Centre National de la Danse, das hohe Tanzkunst mitbringt. Spitzenkunst zeigt auch das MUSEUM KÜPPERSMÜHLE noch bis Ende Januar. Die Werkschau von ZERO-Mitgründer Heinz Mack lockt die Besucher mit leuchtenden Spektralfarben in den Duisburger Innenhafen.
Weniger leuchtend, eher von pessimistischer Grundstimmung gefärbt ist unser Film des Monats ANOMALISA. Charlie Kaufmanns Stop-Motion-Puppenspiel mausert sich aber zu einem emotional dichten Meisterwerk, das nicht nur Hochglanzanimationsfilme aussticht, sondern besser als die meisten Realfilme ist.
Real war die Wanderung, die Hape Kerkeling über den Jakobsweg führte. JULIA VON HEINZ hat den Bestseller „Ich bin dann mal weg“ nun für die große Leinwand adaptiert. Im Interview erklärt die Regisseurin, warum sie den Film im Grunde nur für Kerkeling gedreht hat. Auch JÜRGEN PROCHNOW, im Januar mit zwei Filmen im Kino vertreten, treffen wir zum Gespräch.
Der weiß dank Maskenbildnern nun, wie er in 20 Jahren aussieht und blickt gar nicht so pessimistisch in diese Zukunft. Schließen wir uns ihm an und sagen uns: Irgendwo da draußen gibt es Hoffnung!
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Zwei Highlander
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