An Lynne Ramsays „We Need to Talk About Kevin“ kommt man nicht vorbei - vor allem dank Tilda Swinton. Für die Reisejournalistin Eva wird die Geburt ihres Sohnes Kevin zum Wendepunkt - allerdings negativ gemeint. Schon im Kindbett wirkt Eva wie versteinert, als sich der Säugling zum Schreikind entwickelt, schlägt die unterschwellige Depression in schiere Verzweiflung um. Bald scheint Kevin mit voller Absicht das Nervenkostüm Evas zu strapazieren. Es sieht aus, als verweigere er sich demonstrativ einer adäquaten Entwicklung. Seine Verweigerungshaltung wird zur offenen Aggression und läuft zielstrebig auf eine blutige Tragödie hinaus.
Ken Scotts warmherzige Komödie „Starbuck“ nähert sich dem Elterndasein gleich im Megapack. David (Patrick Huard) hat als junger Mann fleißig Sperma gespendet – rund 20 Jahre später erfährt er, dass daraus 533 Kinder entstanden sind. 142 davon rücken mit einer Sammelklage an und wollen den lieben Papi nun kennenlernen. Cameron Diaz und Jennifer Lopez stürzen sich in Kirk Jones' „Was passiert, wenn's passiert ist“ hysterisch in die Freuden der Schwangerschaft - samt ulkigen Beratungskursen und aufgemotzten Kinderwägen.
Fernando Meirelles entwirft in „360“ ein bewegendes und schauspielerisch beeindruckendes Mosaik unterschiedlicher Schicksale. Alles beginnt mit dem britischen Geschäftsmann Michael (Jude Law), der in einer tiefen Ehekrise steckt und seine Frau Rose (Rachel Weisz) in Wien mit einem slowakischen Callgirl betrügen will.
Außerdem neu in den Ruhr-Kinos: Channing Tatum wird in Steven Soderberghs „Magic Mike“ zum Stripper, Christian Ulmen ruft in Marcus H. Rosenmüllers „Wer's glaubt, wird selig“ den Papst persönlich ins Dorf, „This ain't California“ erzählt mitreißend von der Skaterszene der DDR.
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