Natürlich wissen alle, welch weite Reisen die Nordmänner unternommen haben. Aber das das einmal zu einer Melange aus Liedern und Balladen aus Spanien und Norwegen führen würde? Bei „Chants du Sud et du Nord“ jedenfalls trifft die scheinbare Zeitlosigkeit katalanischer, sephardischer und norwegischer Traditionals auf ebenbürtige Protagonisten, die die Stille eines Fjords mit der Hitze einer spanischen Wüste verbinden können. Das spanisch-norwegische Quintett Hirundo Maris gibt beim diesjährigen Dortmunder Klangvokal Musikfestival ein Konzert voller Sehnsucht zwischen Nord und Süd.
Die neunte Ausgabe unter dem Zeitgeist-Motto „Heimat Europa“ präsentiert Künstler gleich aus 30 Ländern, die Schwerpunkte im Programm bilden sechs Aufführungen mit Opernmusik vom 17. bis ins 20. Jahrhundert und sieben Veranstaltungen mit Chormusik vom 14. Jahrhundert bis heute, viele davon sind als Deutschlandpremieren zu sehen und zu hören. Die Opernserie wird gleich in Starbesetzung eröffnet: Gioachino Rossinis letzte Buffaoper „Le Comte Ory“ über einen Verführer und sein amouröses Abenteuer begeistert durch Witz und Virtuosität. Schon ihre Uraufführung 1828 in Paris war ein Triumph. In Dortmund singen die hinreißenden Arien Belcanto-Spezialisten der Mailänder Scala und der Met in New York wie Jessica Pratt und Lawrence Brownlee im Konzerthaus unter Leitung des jungen italienischen Maestros Giacomo Sagripanti.
Ein völlig anderes Genre bedient die Tochter der legendären Jazzdiva Dee Dee Bridgewater. China Moses betitelt ihr Konzert im Jazzclub domicil „Nightintales“ Sie ist also die Erzählerin dieser Nacht, die einen faszinierenden Trip zwischen R&B und Blues und Jazz durch nächtliche Geschichten anbietet. Chinas warme, erstaunlich wandelbare Altstimme erzählt vom Rausch der Liebe und ihrem bitteren Ende, aber auch von Lastern und Leidenschaften, von Aufbruch und Mut.
Klangvokal Musikfestival Dortmund | 28.5.-25.6. | diverse Orte | 0231 502 99 96
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