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Die Beschneidung als Fundament jüdischer Identität
Foto: Mira Moroz

Religiöse Bedeutung darf keine Rolle spielen

08. Oktober 2012

trailer-Thema 10/12: Beschneidung

trailer: Herr Schmidt-Salomon, was haben Sie gegen Knabenbeschneidungen aus religiösen Gründen?
Michael Schmidt-Salomon:
Unabhängig von der religiösen Bedeutung ist die Vorhautbeschneidung ein risikoreicher, schmerzvoller, mitunter traumatisierender Eingriff. Er ist mit der irreversiblen Amputation eines hochempfindlichen Körperteils verbunden. Ein solcher Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht und die körperliche Unversehrtheit des Kindes lässt sich über das elterliche Erziehungsrecht nicht rechtfertigen. Dabei ist es völlig egal, ob der Beschneidungswunsch der Eltern auf religiöse, ästhetische oder vermeintlich hygienische Motive zurückgeht.

Hat Sie ein Kölner Richter auf dieses Thema gebracht?
Ich persönlich bin auch Betroffener. Ich wurde mit 17 Jahren aus medizinischen Gründen beschnitten. Insofern habe ich mich schon vorher mit dem Thema beschäftigt. Wissenschaftliche Studien habe ich dazu aber erst in den letzten Wochen gelesen.

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Interview: Lutz Debus

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