Es ist ein Jugendbuch, und die Teenager sollen es lesen. Aber dass Janne Tellers Roman „Nichts – was im Leben wichtig ist“ an Dänemarks Schulen verboten wurde, kann man leicht nachvollziehen. Inzwischen entwickelte sich das nun im Carl Hanser Verlag erschienene Skandalbuch zum internationalen Bestseller, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.
Wenn in diesem Herbst zum elften Mal das Macondo-Festival in Bochum zur Entdeckungsreise in die aktuelle Literaturszene lädt, gibt es eine wichtige Neuerung: Fester Veranstaltungsort ist die Rotunde, der ehemalige Katholikentagsbahnhof am Rande des Bermuda3ecks in Bochum.
In Stefan Melneczuks Werken fegt ein kalter Schauer über das Papier. Der Mystery-Thriller „Marterpfahl“ gibt Lesern die Chance, noch mehr über die verschiedenen Facetten von Gänsehauteffekten zu erleben. Stefan Melneczuk ist einer von diesen charmanten Männern, die mehr zuhören als selbst zu erzählen, unaufdringlich zuvorkommend sind, einen guten Humor haben, aber fast ein bisschen schüchtern wirken. Schwer vorstellbar, dass ein solcher Sympathikus für schlimme Schauer sorgen soll.
Das Lesen an sich hat ja schon was Wölfisches. Dieses einsame Streifen durch das Buchstabendickicht. Sämtliche Sinne angespannt. Witternd. Die Fährte aufnehmend. Auf der Pirsch nach dem entscheidenden Wendepunkt. Und doch, muss man sich mit Leselampe unter sternenilluminiertem Himmelszelt eingestehen, folgt man nur den Spuren eines unfassbaren Alphatiers, sprich: dem Autor als wahrlich einsamem Wolf auf seinem mäandernden Zug durch die Wildnis der Fantasy. John Irving ist geradezu ein Paradebeispiel für einen derartigen Leitwolf, dessen Spürsinn für skurril-tragikomische Geschichten ein riesiges Rudel ergebener Leser folgt, ohne den Autor in seiner Wesenhaftigkeit je erfassen zu können.
Marc-Antoine Mathieu klettert immer auf die Metabene. Doch dieses Mal geht es nicht um das Medium Comic, sondern um „Gott höchstselbst“. Der ist nämlich auf die Erde niedergefahren und löst dort ein ziemliches Chaos aus. Er selbst bleibt ruhig, aber die Menschen drehen durch: Der Trubel artet schnell in Kommerz (Bücher, Filme, Games und Godland statt Disneyland), aber auch Vorwürfe aus. Ein großer Schauprozess soll schließlich die philosophischen und moralischen Fragen klären.
„A star is born. Fotografie und Rock seit Elvis“ lautet der Titel einer aktuellen Ausstellung im Museum Folkwang. Elvis Aaron Presley gilt als Initialzündung der Rockmusik, auch 33 Jahre nach seinem Tod (den viele Fans und Verschwörungstheoretiker immer noch nicht wahrhaben wollen) als unerreichtes Idol. Er ist auch der Held für die fünfzehnjährige Antje Schröder in Jana Scheerers neuem Roman „Mein innerer Elvis“, der zum Todestag des King Mitte August in den Handel kommt.
„Bücher wird es immer geben, schon alleine ihre Sinnlichkeit, man will doch etwas so Schönes anfassen. Das kann mir die Elektronik nie ersetzen“. Wie oft man diesen Satz doch hört, und wie überzeugt die Menschen von der Zukunft des Buches als Gegenstand sind...
Eine Epoche umspannt in Köln elf Jahre. Das ist genau die Zeit, die Thomas Böhm dazu verwendete, um dem Literaturhaus ein markantes Profil zu verleihen. Nicht selten kamen Autoren mit neugieriger Vorfreude an den Rhein, weil sie gehört hatten...
Ein in die Jahre gekommener Buchhändler aus Hannover, der sich dem Reitsport verschrieben hat, unterhält gemeinsam mit seiner Frau ein Pferd, das auf einem Hof vor der Stadt versorgt wird. Ihnen fällt ein Mädchen auf, das die Pferde hingebungsvoll striegelt und pflegt.
„DAS sollen Gedichte sein?“ fragt sich der 16- oder 17jährige Christoph Wenzel, als er in der Stadtbibliothek Hamm auf die Zeitschrift Akzente und darin auf Gedichte von Ernst Meister stößt.

Das Glück der Stiefel
„Die gelben Gummistiefel“ von Isabel Pin – Vorlesung 03/26
Auf den Spuren des Honigs
„Ivy und Bärlock Holmes. Fall 1: Die rätselhafte Blume“ von Kristyna Litten – Vorlesung 03/26
Beziehungen
„Du findest mich, wenn du willst“ von Lavinia Branişte – Literatur 03/06
Was nur schiefgehen kann
Markus Orths im Literaturhaus Dortmund – Literatur 03/26
Atem eines großen Erzählers
„Wintermythologien“ von Pierre Michon – Textwelten 03/26
Unwiderstehlicher kleiner Drache
„Da ist besetzt!“ von Antje Damm – Vorlesung 02/26
Schmunzeln und Mitgefühl
„Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank“ von Anne und Paul Maar – Vorlesung 02/26
Glück und Unglück
„Niemands Töchter“ von Judith Hoersch – Literatur 02/26
Exzentrik kann zärtlich sein
„Mitz. Das Pinseläffchen“ von Sigrid Nunez – Textwelten 02/26
Bewusst blind vor Liebe
„Mama & Sam“ von Sarah Kuttner – Literatur 01/26
Beziehungen sind unendlich
„Schwarze Herzen“ von Doug Johnstone – Textwelten 01/26
Jenseits des Schönheitsdiktats
„Verehrung“ von Alice Urciuolo – Textwelten 12/25
Nicht die Mehrheit entscheidet
„Acht Jahreszeiten“ von Kathrine Nedrejord – Literatur 12/25
Power Kid
"Aggie und der Geist" von Matthew Forsythe – Vorlesung 11/25
Allendes Ausflug ins Kinderbuch
„Perla und der Pirat“ von Isabel Allende – Vorlesung 11/25
Inmitten des Schweigens
„Aga“ von Agnieszka Lessmann – Literatur 11/25
Die Liebe und ihre Widersprüche
„Tagebuch einer Trennung“ von Lina Scheynius – Textwelten 11/25
Mut zum Nein
„Nein ist ein wichtiges Wort“ von Bharti Singh – Vorlesung 10/25
Kindheitserinnerungen
„Geheimnis“ von Monika Helfer und Linus Baumschlager – Vorlesung 10/25
Die Front zwischen Frauenschenkeln
„Der Sohn und das Schneeflöckchen“ von Vernesa Berbo – Literatur 10/25
Im Spiegel des Anderen
„Der Junge im Taxi“ von Sylvain Prudhomme – Textwelten 10/25
Von Ära zu Ära
Biographie einer Metal-Legende: „Sodom – Auf Kohle geboren“ – Literatur 10/25
Kutten, Kohle und Karlsquell
Lesung „Sodom – Auf Kohle geboren“ in Bochum – Literatur 10/25
Alpinismus im Bilderbuch
„Auf in die Berge!“ von Katja Seifert – Vorlesung 09/25
Keine Angst vor Gewittern
„Donnerfee und Blitzfee“ von Han Kang – Vorlesung 09/25