Wie grundlegend sich doch der Zeitgeist ändert. Was vor fünfzig Jahren als Konzept für die Zukunft gefeiert wurde, gilt heute als potthässlich und bedrückend. Wir fragen uns, wie es passieren konnte, dass in den 1960er und 70er Jahren solche Gebäude wie das FORUM in Mülheim und der Stern in Marl sowie die Ruhr-Universität als quasi eigener Stadtteil in Bochum gebaut wurden: in Beton, bewusst auf Funktion und damit Größe ausgerichtet, so dass der Mensch winzig wirkt. Aber wir dürfen die damaligen städteplanerischen Absichten nicht vergessen, die Bevölkerung – in der Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs – am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen und statt auf Peripherie auf Zentrum zu setzen. Ziel war die Zusammenführung aller Bedürfnisse mit erschwinglichen Wohnungen und dem Bahnhof um die Ecke. Schon im vergangenen Jahr ist das Kunstmuseum Mülheim in seinem Gespür für die urbane und kulturelle Verfasstheit dieser Stadt derartigen Fragestellungen nachgegangen, in der Ausstellung „Schauplatz Stadt“.
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