Andreas Gursky, der 1955 in Leipzig geboren wurde, an der Folkwangschule in Essen und bei Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hat und heute selbst dort als Professor lehrt, ist für seine großformatigen, brillanten Fotoarbeiten bekannt, die Naturereignisse, seltene Momente des Luxuriösen oder Fernen von oben, aus überschauender Perspektive zeigen. Indem Gursky seit den 1990er Jahren seine fotografischen Aufnahmen am Computer bearbeitet, erreicht er eine enorme Tiefenschärfe, bei der alle Teile im Bild gleich deutlich sind und sich die ornamental anmutenden Makrostrukturen aus der Nähe als Mikrostrukturen erweisen. Dass dies nur die Basis von Gurskys Arbeit ist, belegt nun die Düsseldorfer Ausstellung. Seine Fotoarbeiten loten Farbwerte hin zum Malerischen aus und handeln mit dem Verhältnis von Abstraktion und Realität. Sie hinterfragen die Rolle des Menschen und der Technik in der Schöpfung, führen Luxus und Verschwendung vor Augen, sind darin gesellschaftskritisch und reißen politische und ökologische Themen an. Bei all dem sind sie hoch konzentriert und ästhetisch und wirken oft geradezu puristisch. Dies demonstrieren nun auch die neuen hochformatigen Fotoarbeiten der Serie „Bangkok“, die das fließende, Licht reflektierende Wasser des Chao Phraya zeigen, des verschmutzten schwarzen Stromes, der sich auf seinem Weg zum Meer durch die Millionenstadt windet. Selten wirken Natürlichkeit und Künstlichkeit so intensiv und bedrohlich im Werk von Gursky zusammen. Eindrucksvoll!
„Andreas Gursky“ | bis 13. Januar | Museum Kunstpalast in Düsseldorf | Ehrenhof 4-5, Düsseldorf | www.smkp.de
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